„Gott ist uns Zuflucht und Burg, ein Helfer, bereit in der Not. Darum fürchten wir uns nicht, wenn die Erde wankt, wenn Berge stürzen in die Tiefe des Meeres. Mögen seine Wasser tosen und schäumen, mögen die Berge beben vor seinem Ungestüm: mit uns ist Jahwe der Heerscharen, unsere Burg ist der Gott Jakobs!“ (Ps 46, 2-4)
„Die Ehe ist wie ein Tango: Jeder tanzt auf seine Weise, und doch wirkt alles vollkommen aufeinander abgestimmt“
Während wir gezwungen sind, mehr als sonst beieinander zu sein, klopfen die Konflikte nicht mehr an der Tür, sondern kommen ungebeten herein. Vielleicht ist jetzt der richtige Zeitpunkt, sie zu „bewirten“, sie mit an unseren Tisch zu setzen und endlich Verhaltensregeln aufzustellen, um uns vor ihrem zerstörerischen Einbruch in unser Leben zu schützen.
Da sprach Gott, der Herr: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist. Ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht“.(Gen 2,18)
Dieser Satz Gottes führt uns in die biblische Welt der Paare ein. Warum sagt Gott, dass das Alleinsein nicht gut ist? Weil wir in der Einsamkeit nicht lieben und nicht geliebt werden können. Von allem Anfang an, von der Erschaffung der Welt her betrachten wir den wunderbaren Plan Gottes. Gott will, dass der Mensch auf dieser Welt als Mann und als Frau da ist. Ihm ist diese geheimnisvolle Verschiedenheit von Mann und Frau unermesslich kostbar.
„Doch ihre Augen wurden gehalten, sodass sie ihn nicht erkannten“ (Lk 24,16)
Vor kurzem brachten die Pflegerinnen in einem Altenheim in England einem 94-jährigen Witwer ein ungewöhnliches Geschenk zum Geburtstag. Ein kleines Kissen. Das Kissen, das die Pflegerinnen ihm schenkten, trug ein Bild seiner verstorbenen Frau. Er hat sieerkannt.
Es wundert uns ein wenig, dass das christliche Zadar keine einheimischen Heiligen hat, dass die Heiligen, die wir in unserer Stadt verehren, wie die hl. Anastasia, der hl. Chrysogonus und der greise Simeon, von auswärts hergebracht wurden. Als Seliger von der Kirche anerkannt ist einzig Jakob von Zadar, und auch er wurde in Italien berühmt und starb dort, in Bitetto bei Bari. Wir müssen also zugeben, dass wir in gewisser Weise arm sind, was die kirchlich verkündeten Heiligen betrifft. Doch wenn wir in der Ewigkeit sein werden, werden wir sehen, dass in der langen christlichen Geschichte Zadars eine Fülle heiliger Menschen gelebt hat, die uns Vorbilder und Fürsprecher sein können. Eine von ihnen ist Anđelika Salghetti-Drioli, geb. Isola, eine heilige Frau und Mutter, und ihr Ehemann Frane.
In der Fortsetzung unserer Reihe über biblische Paare stehen wir vor einer echten Herausforderung. An der Reihe ist Noah, der zehnte biblische Patriarch von Adam an. Die Absicht und zugleich die Herausforderung dieses Textes ist es jedoch, Noahs Lebensgefährtin kennenzulernen. Gehen wir der Reihe nach vor.
Vor einigen Tagen wurde der 75. Jahrestag des Abwurfs der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki begangen. In diesem Artikel erzählen wir die Ehe- und Familiengeschichte von Paul Nagai Takashi und Midori Moriyama, von seiner Bekehrung und von ihrem gemeinsamen Zeugnis familiärer und ehelicher Verbundenheit, christlicher Liebe und des Einsatzes für den Frieden.
Der Komponist Ennio Morricone, der zu Lebzeiten berühmte und wunderbare Melodien geschaffen hat, starb am 6. Juli 2020. Geboren wurde er am 10. November 1928 in Rom, wo er auch sein ganzes Leben verbrachte.
Seine Frau Maria Travia wurde 1932 in San Giorgio di Gioiosa Marea (Messina – Sizilien) geboren, in der letzten Nacht des Jahres, am 31. Dezember. Schon 1933 zog ihre Familie jedoch nach Rom, wo Maria aufwuchs. Sie war eine Freundin von Adriana, Ennios Schwester.
Unmittelbar vor seinem Tod hat er sie schriftlich als diejenige genannt, der er alles anvertraut hat: „Zuletzt, aber nicht als Letzte, Maria. Hiermit erneuere ich die außergewöhnliche Liebe, die uns zusammengehalten hat, und es fällt mir schwer, dass ich sie verlassen muss. Am schmerzlichsten ist der Abschied von ihr.”
Der Ehebruch ist eine der schmerzlichsten Erfahrungen im Leben. Wir bleiben zu lange in diesem Schmerz, wir versinken in Groll, Zorn und Verletztheit. Die Beklemmung, die wir empfinden, schneidet mit ihrer Schärfe auch in andere Bereiche unseres Lebens. Wir werden ohnmächtig, weil wir an allem zu zweifeln beginnen, was uns wichtig ist, an allem, was bis zu diesem Augenblick gut und tragfähig in unserem Leben war. Das Leben verwandelt sich in ein bloßes Dahinvegetieren. Nur um dem Bild jenes Menschen zu entgehen, dem wir uns hingegeben und dem wir Treue versprochen haben und der nun in den Armen eines anderen oder einer anderen liegt. In jedem Fall handelt es sich um einen Schlag, der das Leben von Grund auf verändert, sowohl das Leben dessen, der untreu ist, als auch das Leben dessen, der die Untreue entdeckt hat.
Was und wie weiter nach dem Ehebruch?
Ich möchte euch die Ehegeschichte der Elisabetta Canori Mora erzählen, gezeichnet von der Qual der Untreue ihres Mannes; der heilige Papst Johannes Paul II. hat sie 1994 seliggesprochen. Sie lebte an der Wende vom achtzehnten zum neunzehnten Jahrhundert in Rom, in Italien. Aus der Geschichte der Untreue ihres Ehemannes Cristoforo kann der Mensch von heute, in einer Welt, in der die Statistiken zeigen, dass sich jedes dritte Paar scheiden lässt, lernen, dass die Qual konfliktreicher Ehen nicht notwendigerweise mit einer Scheidung oder einer langjährigen Therapie endet, sondern mit einer völligen Verwandlung hinein in die Schönheit der Gegenwart Gottes auf Erden.
Wir veröffentlichen die Geschichte des Ehepaares Ciro Piccolo und Raffaella Esposito Corcione, die gemeinsam ein Handbuch für junge Paare zum Thema des Werbens verfasst haben (Il Manuale del corteggiamento). Sie bezeugen uns die Schönheit und die Tiefe ihrer Beziehung und wie der Gebrauch der natürlichen Methoden eine große Hilfe in der Ehe sein kann. Das ist ein Wissen, das jede Frau und jeder Mann besitzen sollte!Janet Smith sagt: “Die Tatsache, dass sich Paare, die die natürliche Familienplanung anwenden, fast nie scheiden lassen. Das sagt viel aus. Die natürliche Familienplanung ist viel mehr als Enthaltsamkeit. Sie ist eine Methode, die viel Gespräch und gemeinsame Werte verlangt”.
„Denn ich bin gewiss: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Gewalten, weder Tiefe noch Höhe noch irgendeine andere Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes in Christus Jesus, unserem Herrn“ (Röm 8, 38-39)
Im Jahr 1842 heiratete der 33-jährige Oberst der niederländischen Kavallerie Jacobus Warnerus Constantinus van Gorkum (1809-1880) die 22-jährige Adelige Jonkvrouwe Josephina Carolina Petronella Hubertina van Aefferden (1820-1888). Die Ehe war ausgesprochen umstritten, und zwar nicht in erster Linie wegen des Standesunterschieds, sondern vor allem wegen des Unterschieds ihrer Konfession – van Gorkum war Protestant, van Aefferden war Katholikin. Die beiden Gemeinschaften lebten in großer Feindschaft. Die beiden verliebten sich, doch ihr Wunsch zu heiraten stieß wegen der Unterschiede in Glaube, Stand, Vermögen, politischer Zugehörigkeit und Herkunft auf großen Widerstand. Trotz dieser Einwände heirateten sie 1842 und führten fast achtunddreißig Jahre lang eine glückliche Ehe. Die Ehe war mit drei Kindern gesegnet: zwei Söhnen und einer Tochter. Josephina blieb Katholikin, Jacobus blieb Protestant, und dem Paar gelang es irgendwie, der gewaltigen Feindschaft von beiden Seiten zu trotzen, bis der Tod sie vorübergehend trennte.
Mein Mann! Mein Mann! Mein Mann! Trocken sind, du siehst es, meine Augen, Doch meine Liebe will ich nicht verbergen.
Dich bittend, Vergib mir, Nie mehr werde ich dich, bewegten Herzens, Bei deiner Heimkehr aus der Schlacht Umarmen können.
Zum Tod bin ich bereit/ Und fürchte mich nicht, Wenn der Henker das Schwert schwingt, Ich werde stolz dastehen, Nach Herrenart und kroatisch.
Du aber Gräme dich nicht/ Lasst mich eine Frau sein, Lasst mich wehklagen, lasst mich jammern, Lasst mich mein Herz zerreißen.
Mate Marčinko
Die Trauung von Ana Katarina Frankopan und Petar Zrinski fand in Karlovac statt, das Fest am 27. X. 1641. in Ozalj. Mit ihr vereinigten sich die mächtigsten kroatischen Adelsfamilien Zrinski und Frankopan. Sie hatten vier Kinder: Jelena, Judita Petronila, Ivan Antun Baltazar und Aurora Veronika.
Katarina heiratete Petar in ihrem 16. Lebensjahr und lebt seither mit ihrem Mann in Ozalj; gelegentlich besucht sie auch Čakovec, wohin sie mit ihrem Mann nach dem tragischen Tod seines Bruders, des kroatischen Banus Nikola Zrinski, übersiedeln wird. Zeitweise hält sie sich auch auf anderen Gütern der Zrinski und Frankopan auf – in Vrbovec, auf Grobnik, in Kraljevica und in Novi Bribir. All diese Güter waren nicht nur Wirtschaftsbetriebe, sondern auch Mittelpunkte des öffentlichen und kulturellen Lebens, in denen kroatisch gesprochen wurde, kajkawisch, tschakawisch und schtokawisch, in denen geschrieben und über Themen der Welt und der Nation gestritten wurde und in denen Literatur, Kunst und Kultur gepflegt wurden.
Wir bringen die eheliche, familiäre und vaterländische Geschichte von Petar und Katarina Zrinski und seinen Abschiedsbrief an die geliebte Frau vor der Hinrichtung.
Ehe- und Liebesgeschichte in Bildern: Marc Chagall und Bella Rosenfeld
Und du wurdest meine Frau
Für die Jahre, die kommen. Liebste.
Du hast mir unsere Tochter geschenkt, ein seltenes Geschenk
am feierlichsten Tag...
Dank sei dir, o Gott in der Höhe
Für den Tag und für den Monat.
Marc Chagall
Er porträtiert seine Frau als eine fantasievolle, kluge, selbstbewusste Frau: „ Mit wem könnte ich sie vergleichen? Sie war wie keine andere. Sie war Baschenka-Belotschka auf dem Hügel, sie spiegelte sich in der Düna mit ihren Wolken, Bäumen und Häusern. Ich wünschte, dass sie in meiner eigenen Träumerei erwacht“. Ihre Stimme war, wie er sagt, „wie der Gesang eines Vogels aus einer anderen Welt“.
Zwei Revolutionen, zwei Kriege, Armut, häufige Reisen — Bella Rosenfeld, die treue Muse und Ehefrau Marc Chagalls, war fast 30 Jahre lang an seiner Seite. Sein Engel, das Sinnbild der Liebe auf allen seinen Bildern, zart, klug, schön, verstand Bella Chagall wie niemand sonst und nahm ihn an, wie er war. Kein einziges Bild wurde ohne ihre Zustimmung vollendet; der Künstler vergötterte sie und liebte sie wie niemanden sonst bis zum Ende seines langen Lebens.
Ich kam in meinen Garten, meine Schwester, meine Braut
Dort schenke ich dir meine Liebe
Ich fand die Liebe meiner Seele
Ich hielt sie umfangen und werde sie nicht loslassen
Die Bibel beginnt mit einem Garten, dem Garten, den Gott in Eden gepflanzt hat (vgl. Gen 2,8), und sie endet mit der Erwähnung einer Gartenstadt, des himmlischen Jerusalem: „Mitten auf dem Platz der Stadt, zu beiden Seiten des Stromes, steht ein Baum des Lebens, der zwölfmal Früchte trägt, jeden Monat seine Frucht. Und die Blätter des Baumes dienen zur Heilung der Völker“ (Offb 22,2). Auch in der Mitte der Bibel findet sich ein Garten, jener aus dem Hohenlied, von dem Rabbi Akiba sagte, es sei das „Allerheiligste“ der Schrift; da findet sich ein Garten mit fließenden Wassern und blühenden Bäumen.
Wir möchten über diese doppelte Perspektive nachdenken, die das „Geheimnis“ des Gartens mit dem des Menschenpaares verbindet. Warum verabredet sich ein Paar im Garten? Inwiefern ist die anthropologische und kosmische Gestalt des Paares im Garten Trägerin einer theologischen Wahrheit? Das Hohelied wird für diese Überlegung den „Rahmen“ bieten; gerade auf den Seiten des Hohenliedes ist die Einladung der Liebenden, in den Garten zu gehen, am deutlichsten ausgesprochen: „Mein Geliebter komme in seinen Garten [...]. Ich komme in meinen Garten, meine Schwester, meine Braut“ (Hld 4, 16-5,1). Wir werden von einem Geflecht gemeinsamer Wurzeln sprechen, von der Sorge für das gemeinsame Haus, von der Liebe in der Familie. Das Paar, in diesem Zusammenhang betrachtet, öffnet sich für den göttlichen Plan, für ein Leben in Fülle, mit vielfältigen Früchten.
Wir haben ein halbes Jahrhundert in glücklicher Ehe gelebt.
Unsere Ehe war ideal. Wenn man daraus eine Werbung machen könnte, würde ich sagen: „Lebt eure Ehe so wie Cvijeta und ich!“. Sie war das Glück meines Lebens. Ich bitte, das nicht banal zu verstehen.
Langeweile war in unserem Leben von jeher ein fremdes und unbekanntes Wort.
Außer den Besichtigungen von Städten zogen uns die Räume der Stille an.
Vor zwei Tagen ist im 94. Lebensjahr der Akademiker Viktor Žmegač gestorben, ein besonderer Mensch: liebenswert, ruhig, verlässlich, genau. Wie ein Renaissancemensch weiß er über Tatsachen, Ereignisse, Menschen und Länder, über die Kunst, über das Leben – viel, und zu viel. Er ist freundlich. Streng, sogar gegen sich selbst. Er ist Germanist und Kroatist, emeritierter Professor der Philosophischen Fakultät in Zagreb, Schriftsteller, Historiker, Musikwissenschaftler, Theoretiker der Literatur und der Kunst, Reiseschriftsteller.
In den letzten rund fünfzehn Jahren hat Professor Žmegač etwa zehn phänomenale Bücher über die Zivilisation, die Kultur und die Kunst Europas geschrieben. Er liebt über alles die Kultur und die Kunst Europas, die er für den Mittelpunkt unseres Planeten hält. Er ist ein Gelehrter. Ein herausragender. Das ist er, einer, der zutiefst kennt, womit er sich beschäftigt und was er erforscht.
Er war mit Cvijeta verheiratet, der Verfasserin von Deutschlehrbüchern und einer vollkommenen Lehrerin an Sprachenschulen: „Ich habe sie unermesslich geliebt, vom ersten Tag bis zu ihrem Tod. Wir haben ein halbes Jahrhundert in glücklicher Ehe gelebt. Die Jahre, die folgten, bis ganz zuletzt, waren die einzige Tragödie meines Lebens. Sie musste in einem Heim leben, in immer schwererem Zustand. Eine unheilbare Krankheit von langsamem Verlauf hatte sie getroffen. Eine Therapie gibt es nicht. Auch heute vergeht kein Tag, an dem ich mich nicht an Episoden aus unserer Ehe erinnere. Sie war nicht nur schön, lieb und für die Familie aufopfernd, sie war auch ungeheuer humorvoll, voller Witze und schlagfertiger Einfälle. Unsere Ehe war ideal. Wenn man daraus eine Werbung machen könnte, würde ich sagen: „Lebt eure Ehe so wie Cvijeta und ich!“. Sie war das Glück meines Lebens. Ich bitte, das nicht banal zu verstehen.
In der Bibel sind die familiären und ehelichen Zwistigkeiten nahezu deckungsgleich mit denen unserer Zeit. Schon damals waren die Verhaltensmuster von Eheleuten im Streit sehr aktuell und wohlbekannt. Diese Muster lassen sich in den folgenden Verhaltensmustern der Ehepartner zusammenfassen:
- 'das Abwälzen der Schuld auf den anderen Ehepartner' ('nicht ich, sondern...')
- 'Ausbrüche der Eifersucht' ('wo warst du?')
- 'Kinder als Quelle ehelicher Probleme' ('aus ihm/ihr wird nie etwas'')
- 'Unfruchtbarkeit des Mannes oder der Frau' ('wir sind allein geblieben')
- 'Macho-Mann und gute Frau' ('kluge Frau und dummer Mann').
All das und mehr finden wir auch in den Ehegeschichten von heute. Wir haben einige bezeichnende biblische Geschichten über eheliche Zwistigkeiten ausgewählt, die in der biblischen Erzählung und in der Geschichte tiefe Spuren hinterlassen haben, das heißt einige biblische Ehepaare mit einer Art 'Wahlspruch' des Streits, nach dem sich die Zwistigkeiten zwischen ihnen abspielten: Adam und Eva ('ich war es nicht'); Sara und Abraham ('wir sind allein geblieben'); Isaak und Rebekka ('große Kinder, große Sorge'); Rahel und Jakob ('mir reicht es'); Nabal und Abigajil ('die Schöne und der Narr').
„Die Freundschaft zwischen Mann und Frau scheint von Natur aus gegeben zu sein; denn von Natur aus ist der Mensch noch mehr zur Zweisamkeit geneigt als zum Staat, so wie auch das Haus ursprünglicher ist als der Staat“.
„Wer aber nicht in Gemeinschaft treten kann oder wer ihrer aus Selbstgenügsamkeit nicht bedarf, der ist kein Teil der Stadt und ist also entweder ein Tier oder ein Gott.“
Aristoteles
Martin Buber sagt: „Im Anfang ist die Beziehung.“ Die Beziehung (Beziehnung) führt uns zur Begegnung (Begegnung).
So stieg sie denn, einer weißen, reinen Rose gleich,
hinab in die große Blume, die so viele Blätter schmücken,
und erhob sich von dort dorthin, wo ihre Liebe immerdar weilen wird.
Aus allen Angesichtern züngelt lebendige Flamme...
denn das göttliche Licht durchwebt
das ganze All, so weit es dessen würdig ist,
und nichts vermag es daran zu hindern.
Dieses Königreich der Freude und der Ordnung
bilden alte und neue Bewohner,
die Blick und Liebe zu einem einzigen Zeichen verband.
O dreifaltiges Licht,
das aus dem einen brennenden Stern ihrem Blick erstrahlt, um sie zu tränken,
senke dein Auge herab zu unserem Sturm!
Dante, Paradies, 31. Gesang
Wie soll Ehe möglich sein, wenn dieser Wille, mein eigensinniger, halsstarriger, hochmütiger Wille – ich will nicht sagen, dass das nur Filip oder Karla wären, sondern das sind wir alle –, wenn dieser unser Wille und unsere Götzenverehrung sich nicht dem himmlischen Willen unterwirft, dem Willen Gottes… Darum sagen wir, dass die christliche Ehe eine Ehe zu dritt ist: Mann, Frau und Jesus Christus. Auf ihn hört man. Er ist das Haupt. Er unterwirft sich dem Willen des Vaters.
Predigt von Don Antun Nižetić, Kathedrale der hl. Anastasia - Zadar, 13.05.2023.
„Ich war gesegnet, weil ich Heilige zu Eltern hatte.“
„Der gute Gott hat mir einen Vater und eine Mutter geschenkt, die des Himmels würdiger sind als der Erde.“
hl. Theresia vom Kinde Jesu
„Zwischen unseren Eltern herrschte ein vollkommenes Einvernehmen,
auch wenn sie in manchen Ansichten auseinandergehen konnten“.
Die Tochter Céline
Die Eheleute, der heilige Louis Martin (1823 – 1894) und die heilige Marie-Zélie Guérin (1831 – 1877), sind das erste Ehepaar in der Geschichte der Katholischen Kirche, das gemeinsam heiliggesprochen wurde. Sie sind zugleich die ersten Eltern einer Heiligen, die seliggesprochen wurden. Sie wurden nicht deshalb heiliggesprochen, weil sie eine heilige Tochter hatten, die hl. Theresia vom Kinde Jesu, sondern weil sie ein heiliges Leben führten.
Die letzten Worte, die Zélie ihrem Mann schrieb, lauteten: „Ich bin ganz die Deine.“
hl. Zélie
„Ich spüre, dass unsere Familie, so bescheiden sie auch ist,
dadurch geehrt ist, dass unser wunderbarer Schöpfer sie unter die Seinen erwählt hat.“
hl. Louis
Die Martins lebten im Rhythmus der liturgischen Feste. Den Werktag begannen die Eltern mit der heiligen Messe um halb sechs Uhr morgens. Der Einfluss von Herrn Martin erstreckte sich auf einen ganzen Freundeskreis. Viele von ihnen hätten sich ohne Louis wohl nur weltlichen Vergnügungen hingegeben. Er brachte sie dazu, den katholischen Kreis zu besuchen, begeisterte sie für die Festbräuche in der Pfarrei und für den Besuch der Kranken. Sie waren nicht auf sich selbst bezogen, sondern achteten stattdessen aufmerksam auf das, was um sie herum geschah.