Die Flamme der Liebe in euren Herzen ist Glut aus der Flamme des Herrn
So stieg sie denn, einer weißen, reinen Rose gleich,
hinab in die große Blume, die so viele Blätter schmücken,
und erhob sich von dort dorthin, wo ihre Liebe immerdar weilen wird.
Aus allen Angesichtern züngelt lebendige Flamme...
denn das göttliche Licht durchwebt
das ganze All, so weit es dessen würdig ist,
und nichts vermag es daran zu hindern.
Dieses Königreich der Freude und der Ordnung
bilden alte und neue Bewohner,
die Blick und Liebe zu einem einzigen Zeichen verband.
O dreifaltiges Licht,
das aus dem einen brennenden Stern ihrem Blick erstrahlt, um sie zu tränken,
senke dein Auge herab zu unserem Sturm!
Dante, Paradies, 31. Gesang
Wie soll Ehe möglich sein, wenn dieser Wille, mein eigensinniger, halsstarriger, hochmütiger Wille – ich will nicht sagen, dass das nur Filip oder Karla wären, sondern das sind wir alle –, wenn dieser unser Wille und unsere Götzenverehrung sich nicht dem himmlischen Willen unterwirft, dem Willen Gottes… Darum sagen wir, dass die christliche Ehe eine Ehe zu dritt ist: Mann, Frau und Jesus Christus. Auf ihn hört man. Er ist das Haupt. Er unterwirft sich dem Willen des Vaters.
Predigt von Don Antun Nižetić, Kathedrale der hl. Anastasia - Zadar, 13.05.2023.
Alles, was im Leben Jesu geschehen ist, geht alle Menschen aller Zeiten an. Wäre Jesus nur ein Mensch, dann wäre das nicht so. Die Kirche verkündet uns schon seit 2000 Jahren, dass Jesus nicht nur Mensch ist, sondern dass er die fleischgewordene Wahrheit und Liebe ist – Gott, und wir alle stehen in einem Verhältnis zur Liebe und zur Wahrheit.
Heute spricht man von Gott wie von einer unpersönlichen Energie, und besonders wenn ich mit Kindern über Gott spreche, frage ich sie: Kann es sein, dass der, der uns erschaffen hat, dass Gott, der unsere Ohren erschaffen hat, selbst keine Ohren hat? Kann es sein, dass der, der den Mund erschaffen hat, selbst keinen Mund hat, dass er nicht sprechen kann?
Der, der unseren Mund und die Fähigkeit zu sprechen und zu denken erschaffen hat, kann nicht unfähig sein zu sprechen und zu hören… Der Hebräerbrief sagt, dass Gott viele Male und auf vielerlei Weise zu uns gesprochen hat und dass er zuletzt in Jesus Christus zu uns gesprochen hat.
Wir wissen, dass in der Kirche immer davon gesprochen wird, dass das Leiden und der Tod Jesu Christi alle Menschen angehen, und wir sagen, dass unsere Sünden auf Christus gefallen sind… Eine Frau, die sich vom Atheismus bekehrt hat, erzählte mir kürzlich, sie habe eine mystische Erfahrung gehabt – sie sah sich selbst in jener Menge, die schreit: „Kreuzige ihn“! Ebenso geht die Auferstehung Christi uns alle an. Paulus sagt, dass Christus auferweckt wurde um unserer Rechtfertigung willen… wenn ein Mensch zur Beichte geht und kostet, wie Gott ihm auch schwere Sünden vergibt und wie er ihm neues Leben schenkt – dann kann er diese Auferstehung wirklich berühren …
Diese Verbindung des Leidens, des Todes und der Auferstehung Christi kann jeder von uns in seinem Leben kosten, aber auch diese weniger wichtigen Ereignisse aus dem Leben Jesu gehen uns alle an. Auch sie sind Gottes Wort für mich und für dich.
So geht uns auch dieses Wunder bei der Hochzeit zu Kana in Galiläa an, von dem wir soeben gehört haben und von dem der Evangelist sagt, es sei ein Zeichen. Das heißt, dass er keinen Trick vollführt hat, nur um die Leute dort ein wenig zu unterhalten, sondern dass er etwas getan hat, was für uns Bedeutung hat; dieses Wunder ist ein Bild, das tausend Worte sagt – Worte Gottes. Wie damals, als Christus das Brot vermehrt hat und dann vor ihnen geflohen ist, weil sie ihn zum König machen wollten; da sagt er: „Ihr sucht mich nicht, weil ihr das Zeichen gesehen habt, weil es euch etwas gesagt hat, sondern weil ihr satt geworden seid, das heißt, ihr habt gar nichts verstanden“.
Ihr werdet in diesem Evangelium interessante Dinge sehen, die jeden von uns zutiefst angehen, besonders aber unser Brautpaar und alle Eheleute.
Das erste Zeichen, das Jesus wirkt, geschieht auf einer Hochzeit. Ebenso das erste Problem und die Quelle aller Probleme der Menschheit… wir alle wissen, dass es in der Menschheit, im Menschen, ein Problem gibt, dass ein ernster „Schaden“ entstanden ist; diesen „Schaden“ nennt die Kirche die gefallene Natur. Die Offenbarung sagt uns, dass zuerst in einem Ehepaar etwas zerbrochen ist und dass dort die Quelle des menschlichen Problems liegt. Es geschah, dass dieser alte Adam (von Christus sagen wir, er sei der neue Adam) Eva sah, so wie Filip gesagt hat, als er Karla sah, als er sich verliebte, und er will sein Leben für sie hingeben, für die Wunderschöne: „Gott, ich danke dir, es gibt einen Gott! Wenn du jemanden so Schönen siehst…. So hat auch Adam gesehen, aber danach, als er sich von der Liebe Gottes getrennt hatte… Das Hohelied sagt, dass die Flamme der Liebe, die in Filips Herzen ist, und die Flamme der Liebe, die in Karlas Herzen für ihn ist, dass das Glut aus der Flamme des Herrn ist. Aber wir wissen ja: wenn sich die Glut vom Feuer entfernt.. was geschieht mit der Glut, wenn sie nicht im Feuer ist? Das brauche ich nicht auszulegen… und dann ist das eben geschehen, das ist das Bild von Adam und Eva, das ist das Bild von uns allen.
Es geschah, dass sie sich in einem Augenblick von Gott getrennt haben, und das kosten wir alle, auch wenn wir uns dessen nicht bewusst sein müssen; denn wenn du irgendein Gift trinkst, musst du nicht wissen, dass es Gift ist, aber es vergiftet dich. So auch die Sünde, das heißt der Ungehorsam gegen Gott, gegen den Willen Gottes: sie vergiftet unseren Geist, schafft Unruhe in uns, trennt uns von der Liebe; wir möchten lieben, aber was geschieht, was sagt Adam zu Gott…. Das ist bildhaft beschrieben, es beschreibt unser Leben, denn das geschieht in unserem Innern; er sagt: „Was habt ihr getan?“ Was sagt Adam, was sagt Filip, was sagt Antun? Was sagt…? Er sagt: „Sie ist schuld! Sie hat mir gegeben, und ich habe gegessen! Bestrafe sie!“ Was ist geschehen? Wohin ist die Liebe verschwunden?
Das ist die Lage der Menschheit. Wir wollen lieben, wir wollen (in der Einheit) leben. Ich erinnere mich, wie schwer es als Kind ist, wenn die Eltern sich manchmal streiten..., aber ich erinnere mich auch an manche Augenblicke, gerade die haben sich mir ins Herz eingegraben, wenn ich sah, dass mein Vater und meine Mutter in Einheit waren… wir sind viel spazieren gegangen, wir hatten kein Auto… wenn ich sah, dass sie miteinander sprachen, dass sie einander liebten, dann erinnere ich mich an so viel Süße in meiner Kinderseele, an so viel Frieden, an so viel Zufriedenheit…
Wir alle wissen das, ohne dass es uns jemand erklärt: der Friede liegt in der Einheit, das Heil liegt in der Einheit…nicht umsonst sagten die Kommunisten: „Brüderlichkeit und Einheit“, das wollen alle, nur waren sie dumm… nehmen wir jetzt die Gewehre, dann bekommen wir Brüderlichkeit und Einheit.. mit einem Ruck… ach, verrückt?!
Wie soll das gehen, wenn das Problem nicht dort bei denen liegt, die an der Macht sind, sondern das Problem in mir liegt, drinnen ist das Problem, das Problem ist, dass ich mich von der Liebe Gottes getrennt habe; und deshalb herrschen dann über mich der Zorn und der Grimm und die Unzucht, die Trägheit, der Hochmut, der Neid … das alles herrscht über mich. Das hindert mich daran, in Einheit mit den anderen zu sein…
Gut, also, gerade wegen dieses „Schadens“, der entstanden ist… vielleicht ist das ein unpassendes Wort, ich weiß nicht, besser gesagt: wegen jenes Falls im Innern des Menschen – den wir auf Schritt und Tritt sehen… wir betrachten ständig die faulen Früchte dieses Falls, dieser Getrenntheit von der Liebe Gottes, von der Wahrheit, vom Sinn… Überall sehen wir das… jede Familie, jeder Mensch kostet das…
Woher wissen wir, dass das wahr ist – dass sie etwas geistlich Giftiges gegessen haben? Nun, das sieht jeder in sich selbst. Noch immer fließt dieses Gift in unseren Adern, dieses, dass wir in.. es ist viel Lüge in uns (der Kern jeder Sünde ist eben die Lüge).
Weiter sagt dieses Evangelium, dass alle Menschen zuerst den guten Wein auftragen, und wenn sie betrunken sind, kommt der schlechtere Wein, und dann geht der Wein aus… das ist das Menschenleben; und was willst du anderes, sie sind jung, sie sind schön, schau sie an, wie hübsch sie sind, sie lieben einander, hier sprüht alles vor Sinnlichkeit, der Frühling ihres Lebens ist der beste Wein, aber es ist eine unumstößliche Tatsache, dass dieser Wein sich verbraucht.. und dann kommt ein etwas schlechterer Wein, und dann kommt am Ende das Wasser; aber können wir hinnehmen, dass unser Leben Wasser sei? Dass unser Leben ein Überleben sei…
Wir können sagen, dass der Wein ein Bild der Lebensfreude ist. In ihrer Beziehung ist jetzt Freude. Der Mensch kann nicht ohne Freude leben. Ein Mann sagte mir: „Ich habe jeden Tropfen Freude verloren“. So kann ein Mensch nicht weiterleben. Die Freude ist zum Leben notwendig, unser Leben kann keine Symbiose sein. Wie viele Ehepaare werden zu einer Symbiose!? Zusammen deshalb, weil wir zusammen einen Kredit haben, weil wir ein Stockwerk bauen, weil die Kinder gemeinsam sind…
Interessant, was Christus Maria antwortet… heute ist der Gedenktag Unserer Lieben Frau von Fatima. Stellen wir dieses Brautpaar unter den Schutz Marias, die alle Jahrhunderte hindurch bei der Kirche ist, in Fatima auf außerordentliche und wunderbare Weise… ich lade jene ein, die ein wenig schwanken, die im Unglauben sind, die im Zweifel sind: googelt ein wenig Fatima. Am heutigen Tag ist die Muttergottes in Fatima erschienen. Ich glaube, es ist auch kein Zufall, dass ihr das so gewählt habt; nichts ist Zufall, wahrscheinlich habt ihr genau dieses Datum gewollt.
In Fatima hat die Muttergottes wie auch in diesem Evangelium einige Wunder erwirkt. Weil sie weiß, dass wir schwach sind, hat die Muttergottes uns unglaubliche Zeichen erbeten – in Fatima haben sich unglaubliche Wunder ereignet. Die Kinder haben gesagt, Francisco, Jacinta und Lucia haben gesagt: um 12 Uhr wird die Muttergottes ein Zeichen geben, alle werden es sehen. Zehntausende Menschen kamen, viele kamen, um zu spotten, die Zeitungen kamen, … das war 1917. Ihr habt Fotografien dieses Ereignisses, ihr könnt sie im Internet finden. Und um 12 Uhr, wie die Muttergottes gesagt hatte, dachten die Menschen, es sei der Jüngste Tag: die Sonne tanzte, sie sprang auf die Erde zu... Das haben alle Zeitungen Europas gemeldet. Genau dann, als die Kinder es gesagt hatten, um 12 Uhr…
Mutter Maria ist mit uns auch in diesen schweren Zeiten des Unglaubens, der Gottlosigkeit, die den Menschen in den Wahnsinn führt… wir sehen wirklich, dass dies ein Wahnsinn ist. Was geschieht? Alle sind verrückt geworden, die Gesellschaft ist verrückt geworden, schau dir den Eurovision Song Contest an, alles verrückt; ist das überhaupt möglich, dass so etwas geschieht, verrückt, alles krank, alles ist möglich, alles ist möglich, wenn du Gott verlässt – wird alles zum totalen Widersinn.
Interessant, wenn Christus Maria antwortet, als sie zu ihm sagt: „Sie haben keinen Wein mehr!“ Stell dir vor, wenn dieser Augenblick kommt… ihr Eheleute müsst euch beim Vorstellen nicht allzu sehr anstrengen… wenn der Augenblick kommt, da es keinen Wein gibt, keine Freude, da jene Sinnlichkeit verschwunden ist, da der beste Wein ausgegangen ist, der menschlich beste, der erlesenste.
Was gibt es auf dieser Welt Besseres, Erleseneres als die Sinnlichkeit von Mann und Frau, die einander lieben… Aber wir wissen alle, wir stellen uns nur taub, dass dieser Wein ausgeht! Wir haben ihn nur in sehr kleinen Mengen im Keller. Wir alle wissen das, diese beiden wissen es noch nicht, sie werden es schnell erfahren… deshalb sind wir hier, wir sind nicht hier, um Spaß zu machen, und auch nicht, um sie in eine Krise zu stürzen; wir sind hier, um die Liebe und die Ehe zu feiern. Wir sind hier, weil wir an die übernatürliche Liebe glauben. An Wunder. An Den, der Wasser in Wein verwandelt.
Christus spricht in seiner Antwort an Maria, als sie sagte „sie haben keinen Wein“, von einer Stunde, die kommt – wenn Er den Wein geben wird, der fehlt. Welche Stunde ist das? Wann ist jene Stunde, in der er der Menschheit das geben wird, was fehlt..? Was wirklich echten Wein in das Herz jedes Menschen gießen kann, ist jene Liebe, die sich in Christus offenbart hat, und wir wissen, dass wir in der Eucharistie Wein trinken, das ist sein Blut; es gibt eine Stunde, in der er diese himmlische Liebe zeigen wird, die nicht verborgen bleiben kann. Wenn ein Mensch das sieht, sagen wir, wenn diese Liebe Fleisch wird, wenn du einen Menschen siehst, der diese Liebe hat, dann kannst du dem gegenüber nicht gleichgültig bleiben: dass ein Mensch stirbt, dass sie ihn quälen, ihn töten, und er tritt für uns ein, für sie, er betet: „Vater, vergib ihnen…“.. das ist jene himmlische Liebe Gottes.
Der Kantor hat die Worte aus dem Hohelied der Liebe aus dem Korintherbrief gesungen. Die Christen mussten, um jene Liebe zu beschreiben, die sich in Christus geoffenbart hat, sogar ein neues Wort erfinden. Die griechische Sprache ist die Sprache der Philosophie, sie ordnet alles ein, klassifiziert, sodass sie ein Wort hat, das die zugetane Liebe beschreibt – die familiäre; dann hat sie ein zweites Wort, das die freundschaftliche Liebe beschreibt, und ein drittes Wort, das die Liebe von Mann und Frau beschreibt – wir alle kennen es – eros.
Welche ist die vierte Liebe? Bis Christus gibt es keinerlei vierte Liebe, das ist alles. Es gab ein Wort für den Fall, dass sich Menschen über einen Armen erbarmten; dieses Wort nahm man dann, um jenes zu beschreiben: es ist das Wort agape, die barmherzige Liebe; ihr habt dieses Wort gehört, und es ähnelt sehr dem hebräischen Wort, mit dem sie die Liebe Gottes beschreiben, und das ist ahava.
Als sie es dann ins Griechische übersetzen mussten – denn damals verstanden alle Menschen in der bekannten Welt Griechisch –, nahmen sie jenes Wort, das bis dahin eine Randbedeutung hatte… sodass im Neuen Testament, das griechisch geschrieben ist, gerade dieses Wort das wichtigste wird, das eine neue, tiefere Bedeutung trägt… Für uns ist auf Kroatisch alles ein einziges Wort – Liebe, und darum verstehen wir es nicht – aber das ist jetzt ein Wort, das eine neue Wirklichkeit beschreibt, die es bis Christus auf dieser Welt nicht gab… wäre diese Wirklichkeit nicht in Christus erschienen, wir hätten niemals von so etwas gewusst. Liebe zu den Feinden! Gottes Liebe! Liebe ohne Nutzen! Umsonst geschenkte Liebe! Himmlische Liebe!
Ein Mensch, der annimmt, dass diese Liebe die Wahrheit ist – und dazu sind wir alle fähig, denn wir sind aus eben dieser Liebe erschaffen, und sie ist der Sinn und das Ziel unseres Daseins, was wir alle zutiefst erahnen. Warum können viele Menschen das nicht annehmen? Wenn wir annähmen, dass diese Liebe wahr ist – hier ist ja das Kruzifix, das uns diese Liebe vor Augen stellt… wenn wir annähmen, dass das die Wahrheit ist… die anderen nicht zu richten, sogar den Feind zu lieben, dann entlarvt mich das, der ich überzeugt bin, gerecht zu sein, gut zu sein; und nun muss ich vor dieser Liebe, die die einzige wahre Liebe ist (alle anderen Lieben sind nur ein Abbild dieser Liebe)… im Licht dieser Liebe muss ich eingestehen, dass meine Liebe und meine Güte verlogen sind… wir alle sind verlogen… Alle Menschen, wenn sie auf die Waage stiegen, wären sie leichter als ein Hauch.
Wenn wir das Evangelium lesen, sehen wir, wie Christus mit uns gerungen hat, um uns diese falsche Liebe zu entlarven. Er hat gesagt: „Ich kenne euch gut. Ihr habt die Liebe Gottes nicht in euch!“ Sie meinten, wie auch wir, sie seien gerecht, sie liebten jemanden. Er hat ihnen gesagt: „Ihr habt die Liebe Gottes nicht in euch“! Was bedeutet es euch schon, wenn ihr die liebt, die euch lieben… das tun ja auch die Tiere: der Hund leckt dich, wenn du ihm zu fressen gibst, er beißt dich, wenn (?) … ihr tut nichts Besonderes, nichts Wertvolles…
Christus hat als Einziges das Wertvolle, das Ewige in die Welt gebracht; nur eine solche Liebe hat Gewicht… die Liebe Gottes… und das ist nicht etwas, was die Christen sagen und glauben, ohne sich des Leidens in der Welt bewusst zu sein, ohne zu wissen, dass Menschen Krebs haben, ohne die Kriege zu kennen… dieser Glaube an jene Liebe geht trotz alledem weiter, sie ist gerade im Leiden am Kreuz geoffenbart worden, die Märtyrer haben sie in schweren Leiden gehabt, so viele Menschen, die wir kennen, tragen diesen Glauben in sehr schweren Lebenssituationen.
Der heilige Johannes schreibt, dass dieser Glaube die Welt besiegt, dass er die Mentalität dieser Welt besiegt, die uns in den Widersinn, in die Sinnlosigkeit und in die Verzweiflung führt…
Da ich Filip und Karla ein wenig kenne, weiß ich, dass sie sich schon langsam dieser Liebe öffnen. Wisst ihr, was ich Brautleute frage, wenn sie sich auf die Ehe vorbereiten und ich sehe, dass der Glaube sie nicht berührt, dass sie nicht wegen des Glaubens, nicht wegen Christus hier sind, sondern wegen der Folklore oder wegen irgendwelcher merkwürdiger Ideen… ich stelle ihnen eine Frage, damit sie ein wenig nachdenken; manchmal streiten wir uns wegen dieser Frage sogar ein wenig…
Nehmen wir an, Filip und Karla wären zu mir zur Ehevorbereitung gekommen, und ich frage Filip: „Filip, wer garantiert dir… hast du irgendeine Garantie, dass Karla dir in den kommenden Jahren treu sein wird?“ Und dann frage ich sie: „Karla, welches ist die Garantie? Du hattest Zeit nachzudenken; hast du eine Garantie, dass Filip dir treu sein wird? Treu auch dann, wenn es hart wird? Wenn ein Kind geboren wird.. wir wissen, wie sich die Beziehungen ändern, wenn ein Kind geboren wird. Der Mann steht nicht mehr im Mittelpunkt, alles dreht sich um das Baby, das hat seine eigene Dynamik. Alle sind verschieden, aber manche Dinge wiederholen sich.
Wer garantiert dir das? Pass auf, sie sagt: „Wir lieben uns!“ Was bedeutet dir dieses „Wir lieben uns!?“ Was bedeutet das? Eine hat mir gesagt: „Ich fühle es, das sind Schmetterlinge im Solarplexus!“ Was immer das bedeuten mag. Aber pass auf: wenn du also eine dauerhafte Verbindung eingehst und weißt, dass sie sogar unauflöslich sein wird usw.. und du gründest das allein auf dieses Gefühl… aber pass auf, das hier ist eine Tatsache: diese Gefühle hat Filip sich nicht selbst gegeben, er hat nicht die Zähne zusammengebissen und gesagt: „Jetzt werde ich Liebe für Karla empfinden…“ Diese Gefühle können, so wie sie von selbst gekommen sind und ihn „entzündet“ haben, ebenso von selbst erlöschen oder sich für eine andere entzünden!
Eben deshalb sind wir heute hier. Denn diese Gefühle sind sehr eigensinnig… und nun frage ich Karla, oder irgendeine, die... hier sind einige Mädchen, die sich bald verloben werden, junge Männer… und ich sage euch im Namen der Lebensweisheit und der Wahrheit: achtet bei der Entscheidung sehr auf dieses: „Welche Garantie hast du, dass er dir in jenen Augenblicken treu sein wird, dass sie dir treu sein wird?“ Eine war böse auf mich, weil sie keine Antwort hatte, und fragte mich zornig: „Und welche Garantie haben Sie, dass Sie Ihrer Berufung treu bleiben werden?“ Manchmal werden sie ernsthaft böse auf mich, wenn ich sie mit dieser Frage provoziere.
Denn pass auf, du kannst nicht zur Bank gehen – und die Ehe ist ein viel, viel ernsterer Bund oder Vertrag als ein Kreditvertrag; das hier ist eine viel ernstere Entscheidung, als einen Kredit aufzunehmen, obwohl auch das Aufnehmen eines Kredits eine unangenehme Entscheidung ist. Das hier ist viel ernster, damit werdet ihr euer ganzes Leben lang leben. Und nun gründest du das auf: „Wir lieben uns!“, „Schmetterlinge im Solarplexus“… Würde dir die Bank auf eine solche Garantie hin einen Kredit geben? Sie sagen: „Welche Garantie gibt es, dass Sie uns zurückzahlen?“ „Ich fühle, dass ich Ihnen zurückzahlen werde“. „Glaub an dich selbst“ steht in großen Buchstaben an einer Bank, um die Leute anzulocken… (Gelächter …)
Die einzige wirkliche Garantie… Karla, ich hoffe, dass dieser junge Mann, in den du so verliebt bist, Jesus Christus mehr liebt als dich. Die einzige Garantie für Filip, dass Karla ihm in jenen Augenblicken treu sein wird, ist die, dass sie Christus mehr liebt als ihn…
Sagen wir es so.. wie ich es neulich einem kleinen Mädchen gesagt habe.. das ich kurz vor der Erstkommunion getauft habe, damit es in seine Gruppe hineinkommt; es hat alles sehr schön verstanden, und um ihm zu erklären, was die Taufe ist, habe ich ihm gesagt: „Weißt du, was jetzt geschehen wird? Ein Bund zwischen dir und Jesus. Wir haben vorher davon gesprochen, wer Jesus Christus ist… du hast gesagt, dass du ihn liebst… Das ist jetzt die Hochzeit zwischen dir und Ihm“. Sie hat das gut verstanden. Du wirst von jetzt an Ihm gehören.
In diesem Sinn können wir also sagen, dass dies die zweite Ehe ist, die Filip und Karla schließen. Die erste Ehe ist die Taufe. Heute ist das völlig entwertet, und darum verstehen viele Menschen das nicht. Die Taufe ist eine Ehe, in der du sagst: „Ich gehöre nicht mehr mir selbst! Ich höre von jetzt an auf dich, Christus“!
Die ersten Christen..., die Christen heute in der Ostkirche – ich habe es mit eigenen Augen gesehen –, wenn Erwachsene getauft werden, müssen sie nach Westen spucken, zur Finsternis hin, und dem Satan absagen, der ihr Herr war, auf den sie gehört haben, und sich Christus zuwenden und sagen: „Von jetzt an höre ich auf dich, du bist mein Herr, mein Gebieter!“ Das ist die einzige Garantie für diese Ehe, für alle Ehen; darum ist dies ein Ruf an uns alle zur Umkehr, ohne die nichts geht; die Umkehr ist die Taufe, die Erneuerung der Taufe, dass wir zur Wahrheit zurückkehren, dass wir zu Christus zurückkehren, dass wir zur ersten Liebe zurückkehren, dass wir Ihn lieben. „Die Liebe wird nicht geliebt!“, rief eine Heilige durch die Straßen ihrer Stadt. Warum lieben wir die Liebe nicht? … und erst in diesem Zusammenhang können wir davon sprechen, wann die Ehe beginnt.
Neulich fragt mich ein Mann: „Was soll ich tun, mein Freund…“.. (immer fragen sie für einen Freund), nicht für mich (Gelächter)“, er sagt: „ seine Frau ist verrückt geworden, zwei Kinder, sie geht abends in die Pubs, schreibt ständig mit jemandem, viele Situationen…“, er sagt: „Was soll ich ihm raten, was soll ich ihm sagen “?
Das ist der Kern dieses Problems – ob diese Frau das Leben in sich hat, wie Christus sagt, oder ob sie es nicht hat. Wenn unser Leben – und das ist jetzt der Schlüssel, das ist entscheidend: wenn Filips Leben und Karlas Leben eine Götzenverehrung ist… was bedeutet Götzenverehrung? Wir alle sind in Götzenverehrung getaucht – das heißt, der Sinn meines Lebens ist diese Erde. Ich muss euch die Wahrheit sagen. Die Wahrheit macht frei. Der Sinn von Filips Leben ist nicht diese Ehe. Auch der Sinn von Karlas Leben ist nicht diese Ehe. Der einzige objektive Grund und Sinn unseres Daseins ist es, Gott kennenzulernen und ihn zu lieben und ewig mit Ihm zu sein. Wenn sie ihre Ehe auf dieses Ziel hin ausgerichtet leben, erst dann wird auch ihre Ehe sinnvoll und dauerhaft wertvoll und schön sein.
Wenn sie aber auf diese Welt hin ausgerichtet leben, als wäre sie das Ziel, auf die Ehe als Ziel, auf die Kinder als Ziel, auf irgendetwas Diesseitiges als Ziel… wenn sie den Sinn des Lebens darin sehen und in allem, was dazugehört – das ist nicht der Sinn unseres Lebens. Der Sinn unseres Lebens steht klar im Katechismus: Gott kennenlernen, ihn lieben und ewig mit ihm sein.
Nun passt auf: das geschieht im Glauben, wenn du annimmst, wenn du dich Jesus Christus hingibst, wenn du sagst: „Ich werde von jetzt an auf dich hören!“ Das ist etwas sehr Konkretes: du beginnst zu lieben, was Christus sagt, du beginnst den Willen des Vaters zu lieben… das, was Christus sagt. Christus sagt: „Vergib!“ Das ist sein Wille. Und mein Wille ist: „Ich werde nicht vergeben!“ Wieso verstehst du das denn nicht???, sein Wille ist besser, und so in allem anderen. Wenn das also im Menschen geschieht, dann geschieht jene Ehe der Seele mit Gott, die überaus wichtig ist, die die erste ist; wenn das aber nicht geschieht, dann leben wir eine Lüge. Unseren Plan davon, wie es aussehen sollte, das heißt unseren Willen. In der Bibel werden die Götzen Lüge genannt: „Nicht eingehen wird in das Reich Gottes, wer immer die Lüge tut und liebt!“. Es muss so sein nach meinem Kopf, so wie ich es mir vorgestellt habe… die Frau hat einen Mann, er wird mein sicherer Hafen sein… das wünscht sich jede Frau, dass ihr Mann ein sicherer Hafen sei. Der Mann ist kein sicherer Hafen. Der eine ist schweigsam, der andere so, der andere anders; das nennt man, sagen wir, das sind kleine Kreuze; es gibt Kreuze, und das sind die kleinen Kreuze, die das Leben eines jeden kennzeichnen… sie schneiden in unser Leben ein, sie schneiden in unsere Götzen, damit sie vertrocknen, damit die Lüge offenbar wird, damit sich zeigt, dass diese Erde nicht den Wein bietet, für den wir erschaffen sind…
Wer also Jesus Christus nicht nachfolgt, wer seinen Götzen nicht entsagt, wer das Leben nicht in sich hat, der muss dann, sobald irgendein Kreuz kommt, weil er ja hier das Paradies schaffen muss… das bedeutet Götzenverehrung, dass du in einer Lüge lebst: ich muss hier das Paradies schaffen. Hier ist nicht das Paradies! Gibt es jemanden – er hebe die Hand –, der hier das Paradies schaffen will, dessen Ziel diese Erde ist? Ich muss dir die Wahrheit sagen: „Du wirst dir selbst und den anderen die Hölle schaffen!“ Hier ist nicht das Paradies! Erst im Glauben können wir in der Beziehung zu Christus verstehen, dass das Ziel unseres Lebens nicht diese Welt ist, als wären wir Tiere: das Ziel ist die Ewigkeit, und erst wenn unser Ziel die Ewigkeit ist – dann können wir im Hinblick auf die Erde normal sein. Warum normal? Weil uns alle das unnormal, reizbar und unvernünftig macht, wenn wir von dieser Welt das erwarten, was sie uns nicht geben kann.
Die Frau, sobald der Mann sie ein wenig nicht angeschaut hat – ich spreche jetzt allgemein, es gibt schwere Situationen, vielleicht leben manche von euch darin… Deshalb sagt die Kirche in ihrer Weisheit, dass es bei einer schweren Situation, wenn Leben oder Glaube in Gefahr sind, die Trennung von Tisch und Bett gibt usw. Jetzt sprechen wir von den gewöhnlichen alltäglichen Problemen und Problemchen, die unsere Götzen und Pläne in die Krise stürzen und vor denen der, der das Leben nicht in sich hat, der Christus nicht in sich hat, fliehen muss, einen anderen Götzen suchen muss… Es wird ihm unerträglich, weil ihm der irdische Wein ausgegangen ist und er den übernatürlichen Wein noch nicht gekostet hat.
Götze bedeutet: „das, woher uns das Leben kommt“. „Das ist mein Gott!“ Das ist das, wofür ich lebe, das, was ich mit ganzem Herzen, ganzem Verstand und allen Kräften liebe.
Ich weiß nicht, ob ihr fähig seid, mich zu hören, besonders am heutigen Tag, in dieser Hetze, Organisation, Nervosität… heute sage ich euch allen, dass es die Liebe gibt. Ich bin nicht hierhergekommen, um euch zu entmutigen, sondern um euch die Wahrheit zu sagen… in Liebe. Wir können einander belügen, wir können einander etwas vormachen, wir können bloß die menschliche Liebe rühmen, … ich muss die Wahrheit sagen, wo die Grenze der menschlichen Liebe liegt und dass es die Liebe Gottes gibt.
Deshalb sind Karla und Filip heute hier, um ihre Hände in Gottes Hände zu legen. Sie schließen jetzt einen Bund vor Gott. Das wird ihnen helfen. Wenn den Brautleuten Gott am Herzen liegt. Wenn Brautleute zur Trauung kommen, denen Gott nicht am Herzen liegt, die noch nicht entdeckt haben, wie herrlich es ist, in der Gnade zu leben…ich will nicht in der Sünde leben. Ich will mich nicht selbst quälen. Ich will nicht in der Lüge leben, getrennt von Christus.
Dann, wenn Schwierigkeiten kommen, werden sie aus Liebe zu Gott über diese Schwierigkeiten hinauswachsen können. Und Schwierigkeiten erwarten euch, ebenso wie schöne Augenblicke. Warum sie euch erwarten, warum sie ihnen bevorstehen, nur noch das…
Weil jede Berufung, zum Beispiel als die Apostel Christus nachfolgten – er hat sie gerufen, und Gott hat Filip und Karla gerufen, die Ehe zu schließen, davon bin ich überzeugt, sie sind nicht zufällig hier –, weil aber, da wir sündige Menschen sind, diese Berufung beschmutzt ist. Die Berufung des Petrus, die Berufung des Johannes: womit ist sie beschmutzt? Sie folgen Christus nach. Er sagt: „Folgt mir nach!“ Er sagt zu Filip und Karla: „Folgt mir nach!“ „Geht jetzt in die Ehe!“ Aber wo liegt das Problem?
Schauen wir auf Petrus, auf Johannes und auf sie alle… es ist beschmutzt… darin ist auch die Eitelkeit und der Hochmut und der Kampf um die ersten Plätze und mein Wille… mein Wille… was ist das größte Problem in der Ehe und in jeder Beziehung? Mein Wille, mein Wille, mein Wille… jetzt beginnt ein Prozess des Wachsens, des Reifens, er hat schon begonnen, aber jetzt habt ihr eine größere Waffe, eine größere Hilfe, in der die Ehe möglich ist.
Wie ist die Ehe möglich, wenn dieser Wille, mein eigensinniger, halsstarriger, hochmütiger Wille – ich will nicht sagen, dass das nur Filip oder Karla wären, sondern das sind wir alle –, wenn sich dieser unser Wille und unsere Götzenverehrung dem himmlischen Willen unterwirft, dem Willen Gottes… Darum sagen wir, dass die christliche Ehe eine Ehe zu dritt ist: Mann, Frau und Jesus Christus. Auf ihn hört man. Er ist das Haupt. Er unterwirft sich dem Willen des Vaters.
Das können wir eine Art Sterben nennen. Wer wird mir die Kraft zum Sterben geben, dazu, von meinem Willen abzulassen? Da frage ich uns alle: „Welches ist das Zeichen dafür, dass du Jesus Christus nachfolgst?“ Es bedeutet, dass du dich auf den verschiedenen Gebieten deines Lebens, auf allen Gebieten des Lebens, fragst, dass du nicht automatisch lebst: mein Wille. Sondern du fragst dich, welches Sein Wille ist, und du trittst in den Kampf ein, von deinem eigenen Willen abzulassen, der in die Einsamkeit und in den Fluch führt, und in Seinen Willen einzutreten, in dem der Segen und das ewige Leben ist.
Es gibt kein Rezept für die Gemeinschaft, aber das ist der einzige Weg, auf dem man Gemeinschaft leben kann, auf dem man Einheit leben kann.
Ich hoffe, dass der Heilige Geist durch meine schwachen Worte zu euch spricht. Übergeben wir diese beiden, unsere geliebten Brautleute, der Liebe Gottes, begleiten wir sie im Gebet. Wichtig werden für sie auch unsere Nähe und unsere Unterstützung sein.
Vor einigen Tagen hat ein slowenischer Theologe einen Artikel geschrieben mit dem Titel: „Wenn wir so weitermachen, werden wir alle verrückt.“ Dann gab er die Antwort: die Gemeinschaft. Jetzt sind wir alle Einzelne, jeder vor seinem Bildschirm. Gemeinschaft. Für diese beiden jungen Menschen ist es eine große Hoffnung, dass sie die Unterstützung ihrer Gemeinschaften haben, der Brüder und Schwestern, zu denen sie kommen, mit denen sie gemeinsam das Wort Gottes hören, sich versammeln, beten, und sie haben auch geistliche Begleitung…sie sind nicht allein… sie haben eine konkrete Kirche, Brüder und Schwestern im Glauben, Katecheten, Priester…. Und auch ich habe meine Gemeinschaft, das ermutigt mich, ich sehe die Kämpfe der Ehepaare, ich sehe andere Priester; herrlich ist die Gabe der Aufrichtigkeit in der Gemeinschaft, wo wir das sein dürfen, was wir sind: schwach, sündig, aber wo wir gemeinsam auf dasselbe Ziel zugehen… das ist die Antwort auf diese totale Krise der Ehe und den Zusammenbruch des Systems, den wir alle sehen und angesichts dessen wir nicht wissen, was wir tun sollen.
Lieber Filip und liebe Karla, wir übergeben euch nun in Gottes Hände. Er liebt euch unermesslich; liebt auch ihr Ihn, dann werdet ihr auch in der Liebe zueinander ausharren.
Das Transkript der Predigt erstellte: Štefica Laura Paripović
- Mladen Klanac
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