Mary Karr (Groves, Texas, 1955), Schriftstellerin und Dichterin, Autorin des bekannten Buches Art of Memoir (2015).
Über die Bedeutung des Erzählens und über ihre Erfahrung der Bekehrung.
Die ersten vierzig Jahre meines Lebens war ich Atheistin, und darum kam ich mir immer wie eine Hexe vor, in welche Kirche mich die Nachbarn als kleines Mädchen auch schleppten.
Im Konzentrationslager, in dieser Finsternis der Schwärze, des verbrannten Menschenfleisches, der Ratten, fett vom immerwährenden Mahl an toten Menschenleibern, der Mäuse, die an Ohren, Fingern und Nägeln nagen, ist der Mensch ohnmächtig, sich zu wehren. Sein Leib ist erschöpft vom Aushungern und vom Ausgeliefertsein an Schmutz und mancherlei Krankheiten. In einer solchen Hölle auf Erden gibt es Engel.Es gibt immer Engel in Menschengestalt – Menschen, deren Blick beruhigt und tröstet, Menschen, auf die du dich stützen kannst. Eine von ihnen ist ohne Zweifel auch Stanislawa Leszcynska, die 1943 nach Auschwitz deportiert wurde und dort bis zur Befreiung des Lagers 1945 blieb. Die Lagerinsassen nannten sie „Mutter“ und „Engel der Güte“.
Das Zeugnis bezieht sich auf das, was sich im Sommer 2002 im Distrikt Kitgum im Norden Ugandas zugetragen hat, in einem Gebiet, das von den berüchtigten Rebellen der LRA (Lord's Resistance Army) angegriffen wurde.
“Wir schulden der hl. Stošija unser Zeugnis. Das ist auch eine Ermutigung für all jene Frauen, die keine irdischen Kinder bekommen können”, sagte Željka und betonte, dass sie, als sie erfuhr, dass sie schwanger geworden war, alles dem Herrn überlassen habe im Vertrauen auf seinen heiligen Willen.
„Ich kann aufrichtig bezeugen, dass ich in der Tiefe meines Herzens immer geglaubt habe, dass der Herr uns Nachkommen schenken wird“ – fügt der Ehemann Mate hinzu.
“Es ist ein besonderes Gefühl, ihren Namen zu tragen, denn sie prägt uns durch unser ganzes Leben“, schließt Stošija.