„Märchen sind mehr als wahr – nicht nur, weil sie uns lehren, dass es Drachen gibt, sondern weil sie uns lehren, dass man Drachen besiegen kann.“ ~ G. K. Chesterton.
Zu Beginn dieses Textes möchte ich euch eine Kindergeschichte erzählen, die mir für das, was ich sagen will, passend erscheint.
Die Geschichte heißt: „Drachen gibt es nicht“ von Jack Kent.
Für uns alle stellt sich die Frage, wie wir uns gegenüber dem Coronavirus verhalten sollen, gegenüber den Problemen der Isolation und den anderen Schwierigkeiten, die aus einer solchen Lage erwachsen. Und, was noch wichtiger ist: wie wir mit unseren Nächsten, besonders mit den Kindern, mit den Kollegen und schließlich in der Öffentlichkeit über dieses Problem sprechen werden, das zahlreiche Einschränkungen mit sich bringt und viele Schwierigkeiten und Ängste um die nähere und die fernere Zukunft verursacht.
Das Erste und Wichtigste ist: niemals Angst haben. Die Angst verdirbt uns die Stimmung, und das macht uns anfälliger dafür, krank zu werden. Damit der Leib die Infektion besiegt, muss der Geist stark sein.
Albert Camus hat den berühmten Roman „Die Pest“ geschrieben. Weniger bekannt ist, dass er auch zwei kleinere Werke verfasst hat, eine Unterweisung und eine Rede über die Pestseuche, für das medizinische Personal und für alle, die mit dem Problem der Pest zu tun haben.
„Lehre uns, unsere Tage zu zählen, damit wir ein weises Herz gewinnen“ Ps 90,12
Das Thema aller Themen ist in dieser Zeit das Coronavirus. Sieh an, es wird auch in diesem Text erwähnt. Ist es wirklich ganz so? Ist das Virus tatsächlich das Topthema der Medien, der Gespräche …? Ein Thema erreicht in der Häufigkeit der Erwähnung das virale Thema des Virus. Dieses Thema ist die Zeit. Die Zeit!
Der Klang ist in verschiedenen Formen Teil unseres Lebens. Er betrifft nicht nur die Musik. Er ist ein weiterer Begriff, der die vielen unsichtbaren Wellen bezeichnet, die durch die Luft strömen und unser Ohr erreichen. Was durch das Ohr in uns eindringt, verändert uns, verwandelt uns, dringt tief in uns ein.
Oft hören oder lesen wir in diesen Tagen in den Medien, trotz einer Lage, die sich sehr rasch ändern kann, einen bemerkenswerten Ausdruck: die neue Normalität. Dieses Schlagwort soll eine neue Art zu leben unter den besonderen Umständen ausdrücken, die wir in diesen Monaten durchlebt haben, und uns dazu einladen.
Nach der Wahrnehmung vieler hat das Virus die Ausmaße eines der Geschöpfe aus Borges' fantastischer Zoologie angenommen. Borges stellt uns nämlich ein Tier vor, das Hide-behind heißt und eine ähnliche Wirkung hat wie ein Virus. Und als mögliche Antwort auf eine solche Lage, in der sich derzeit fast die ganze Menschheit befindet, bringen wir das Lied von Paul Simon und Art Garfunkel: „Brücke über unruhigen Wassern“.
Eines der Wörter, die wir oft über die Medien hören und das uns langsam in die Ohren und ins Herz dringt, ist: Bedrohung. Ein interessantes Wort. Wir hören es aus militärischen Kreisen, wenn von nationaler Sicherheit und von der Stärkung der Verteidigungskräfte die Rede ist. Im Sommer hören wir von der Bedrohung durch Brände, wir haben von der Bedrohung durch Erdbeben gehört. Viele sind davon bedroht, ihre Arbeit zu verlieren, oder befinden sich bereits in der Bedrohung der Arbeitslosigkeit. Wir spüren die Bedrohung durch ein kleines Virus, das in einem Augenblick die halbe Menschheit lahmgelegt und auch unser Leben beeinflusst hat… Viele erfahren die Bedrohungen der Gewalt, der Ungerechtigkeit, der Einsamkeit …
Die Bedrohung ist unausweichlich, aber der Trost ist stärker.Das Gute ist immer stärker als das Böse.Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht.Wo lassen wir uns „trösten“?
Eines der Wörter, die wir oft über die Medien hören und das uns langsam in die Ohren und ins Herz dringt, ist: Bedrohung. Ein interessantes Wort. Wir hören es aus militärischen Kreisen, wenn von nationaler Sicherheit und von der Stärkung der Verteidigungskräfte die Rede ist. Im Sommer hören wir von der Bedrohung durch Brände, wir haben von der Bedrohung durch Erdbeben gehört. Viele sind davon bedroht, ihre Arbeit zu verlieren, oder befinden sich bereits in der Bedrohung der Arbeitslosigkeit. Wir spüren die Bedrohung durch ein kleines Virus, das in einem Augenblick die halbe Menschheit lahmgelegt und unser Leben beeinflusst hat… Viele erfahren die Bedrohungen der Gewalt, der Ungerechtigkeit, der Einsamkeit …
Die Bedrohung ist unausweichlich, aber der Trost ist stärker.Das Gute ist immer stärker als das Böse.Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht.Wo lassen wir uns „trösten“?
Wohin dich das Leben auch führt, immer erinnerst du dich gern an die Düfte, Bilder und Menschen deiner Kindheit. Diese Erinnerungen begleiten dich dein ganzes Leben lang. Sie sind ein Teil von dir, wie auch immer dein Leben heute aussieht und wo du dich befindest, sie bleiben ein Teil von dir. Und du kannst sie auch heute noch so stark spüren. Das bestätigt auch diese Geschichte.
Željko Mardešić wurde in Milna auf der Insel Brač geboren, verbrachte seine Kindheit jedoch im wunderschönen Komiža auf der Insel Vis, wo er auch begraben ist. Er war einer der angesehensten Religionssoziologen, obwohl er Jura studiert und als Jurist gearbeitet hat. Er war in der Theologie zu Hause und vom Zweiten Vatikanischen Konzil begeistert. Er schrieb über spannende Dinge und sprach mit den unterschiedlichsten Menschen. Er verfolgte alles, was in Kroatien und in der Welt geschah, auf gesellschaftlicher und besonders auf kirchlicher Ebene. Über sich selbst schrieb er einige Seiten in der Einleitung zu seinem Buch „Gesichter und Masken des Heiligen“. Er erzählt uns von drei Demütigungen, die er erlebt hat, die in ihm Auflehnung hervorriefen, und davon, wie es ihm gelang, diese Demütigungen zu überwinden. Es geht um die Demütigung der Vernunft, um die persönliche sittliche Inkonsequenz und um die Demütigung der Güte. Am Ende erfuhr er auch die Demütigung der Armut, verursacht teils durch die Härte des Heimatkrieges, teils durch die eigene Entscheidung für ein zurückgezogenes Leben.
Von Mozart heißt es, er habe denen, die ihn drängten, ihnen etwas vorzuspielen, oft die Frage gestellt: Lieben Sie mich? (Liebst du mich?). Bekam er eine bejahende Antwort, so setzte er sich ans Klavier und führte seine Virtuosität vor. Er ertrug es nicht, dass jemand seine Musik und sein Spiel liebte, ohne ihn selbst zu lieben. Die Liebe hat ihn inspiriert. Sie schenkte ihm Sicherheit und Ganzheit, die höhere Mathematik.
Interessanterweise hat auch Christus Petrus gefragt: Liebst du mich? Er wollte, dass Petrus alles von Seiner Person trennt, was nicht Er selbst ist, und dass er Ihn persönlich liebt. Nur das hat vollen Sinn. Alles andere stiftet Verwirrung. Die Person sucht die Person!
Wenn wir nur ein einziges Härchen von unserem Kopf nehmen und es untersuchen lassen, können wir fast alles andere entdecken, was in unserem Körper ist. Sichtbar wird auch die ganze Geschichte unseres Körpers und darüber hinaus das Erbe aus urzeitlichen Tagen, ja sogar manches von der Zukunft, die sich mit unserem Körper ereignen wird. In dem Härchen ist alles eingeschrieben. Im Strohhalm ist alles. Die Maxi-Welt ist ganz und gar in der Mini-Welt!
Jesus von Nazaret ist nur ein Strohhalm im Ozean der Geschichte. Sein Kreuz ist eines in der Reihe unzähliger Kreuze, an denen im Römischen Reich Verbrecher aller Art gekreuzigt wurden. Er ist einer von unzähligen Predigern, die die verschiedensten Worte ausgestreut haben.
Inständig suche ich Dich. Nach Dir dürstet meine Seele. Nach Dir schmachtet mein Leib wie dürres, lechzendes Land ohne Wasser. Deine Liebe ist besser als das Leben.
Manchmal denken wir so: sich Geld, Sex und Erfolg greifen, sie in das Gefäß des eigenen Herzens werfen und am Ende einen Cocktail mixen, der Glück heißt. Es sieht einfach aus und durchaus machbar. Warum nicht? Es ist doch logisch. Alles ist in Reichweite. Alle bemühen sich doch darum. Es gibt so viele fertige Rezepte. Es müsste gut und süß sein!
Die menschliche Natur hat mit ihren Bedürfnissen und Wünschen drei schwache Punkte, die sich auf drei Neigungen beziehen, welche wir Risse oder offene Wunden nennen können. Sie sind im Menschen von Urbeginn an vorhanden.
Der erste Riss schwächt das gesunde und natürliche Verlangen des Menschen nach Leben, nach Dasein, nach Schaffen, nach Zeugen. Er heißt Gier. Das ist die verkehrte Neigung, für sich zu sammeln, für sich zu besitzen, für sich zu zeugen.
Der zweite Riss betrifft das gesunde und natürliche Bedürfnis des Menschen, anerkannt und geliebt zu werden. Die verkehrte Neigung, die in uns lebt, besteht in Folgendem: Statt das Bedürfnis nach Anerkennung und Liebe zu überschreiten, statt es in eine echte und persönliche Beziehung zu einem anderen Menschen zu verwandeln, benutzen wir es nur zum eigenen Vorteil.
Der dritte Riss, durch den wir zerbrechlich, verwundbar und anfällig für die Versuchung sind, betrifft das gesunde menschliche Bedürfnis, zu gestalten, zu ordnen, über die Zeit und über die Dinge zu herrschen. Die verkehrte Neigung besteht darin, dass wir über alles zu unserem eigenen Vorteil herrschen wollen, mittels Macht, Reichtum oder Wissen.
„Wacht an jedem Tag und zu jeder Stunde und seid bereit, vollkommen das zu tun, was Gott gefällt,
im Wissen, dass der Herr in der Stunde kommt, in der wir nicht daran denken“
Basilius von Cäsarea.
Man kann sagen, dass sich unser Dasein im Erwarten ereignet – von einem Ereignis zum nächsten. Ich warte darauf, geboren zu werden, ich warte darauf, aufzuwachsen und zu reifen, ich warte darauf zu sterben, und schließlich warte ich auf die „Erfüllung“ des Lebens, die über allem Erwarten steht. Die Weihnachtszeit, der als Vorbereitung die Zeit des Advents vorausgeht, bietet uns bereits das Unterpfand jener Fülle des göttlichen, ewigen und seligen Lebens, das uns im Geist des Auferstandenen mitgeteilt ist. Der Advent erinnert uns daran, dass wir alle in Wahrheit Wartende sind. Aus diesem Grund können wir uns kein Leben wie zur Zeit Noachs leisten, in der Oberflächlichkeit als dem "obersten Laster unserer Zeit", wie Raimon Panikkar sagt.
„Euer Schmuck sei nicht der äußere – kunstvolle Haartracht, Goldgeschmeide oder das Anlegen prachtvoller Kleider. Sondern: der im Herzen verborgene Mensch, von unvergänglicher Schönheit, mit sanftem und ruhigem Geist. Das ist vor Gott kostbar.“ 1 Petr 3, 3-4
„Die passende Kleidung macht uns zu Menschen.“
William C. Breda
„Ein klarer und vernünftiger Mensch bewegt sich in seiner Welt in anständiger und angemessener Kleidung.“
G.K. Chesterton
Äußeres und Kleidung sind seit jeher wesentliche Merkmale der Persönlichkeit. Neben der Zweckmäßigkeit hat sich in der Kleidung auf gewisse Weise immer auch das Wesen eines Menschen gezeigt. Die Fragen rund um die Art sich zu kleiden reichen in ferne Zeiten zurück, in denen man die Ursprünge bestimmter Kleiderregeln suchen muss, die sich bis in unsere Tage erhalten haben. Die Kleidung ist ein Symbol voller Nuancen: sie steht für Würde – königliche, priesterliche oder prophetische; das Gewand, das der Gläubige trägt, ist gewoben aus den Haltungen des Evangeliums: Barmherzigkeit, Güte, Demut.
Von außerordentlicher Bedeutung bleibt für uns, dass wir endlich gelernt haben, die großen Ereignisse der Menschheitsgeschichte von unten zu sehen, aus der Perspektive derer, die leiden. Es kommt darauf an, dass wir uns in dieser Perspektive von unten nicht auf die Seite der ewig Unzufriedenen stellen, sondern dass wir den Anforderungen des Lebens in all seinen Dimensionen entsprechen.
Dietrich Bonhoeffer
Dir wird geraten, demütig zu sein, damit du kein gefühlloser Mensch wirst: Er, Gott, ist Mensch geworden; du, Mensch, erkenne an, dass du Mensch bist: deine ganze Demut besteht darin, zu erkennen, dass du Mensch bist. Da Gott dich nun die Demut lehrt, sagt er: „Ich bin nicht gekommen, um meinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat“. Die Hochmütigen tun ihren eigenen Willen. Die Demütigen aber tun den Willen Gottes.
hl. Augustinus
In diesen Tagen haben wir den Blick zum Himmel gerichtet, zur Gemeinschaft aller Heiligen, und für die Seelen der Verstorbenen gebetet. Halten wir den Blick noch einen Augenblick nach oben gerichtet, um vor der Gestalt eines außergewöhnlichen Heiligen der Erneuerung der Kirche nach dem Konzil von Trient innezuhalten - vor dem hl. Karl Borromäus.