Schau mich an, schau mich an, ich bin schon vier Monate hier… Schau mich an! Mitten in die Augen – hinein! Lass mich mich in deinen Augen sehen! Diese Augen haben nicht für sich geschaut; sie waren nicht mehr meine, noch schauten sie sich selbst an! Sie waren …in den deinen, immer – damit in ihnen geboren werden könnte, aus deinen Augen allein mein Bild, so, wie du mich siehst! Der Blick auf alle Dinge, auf die ganze Welt, so wie du sie siehst. Hier bin ich nun – so, wie du mich willst.
„Wie du mich willst“, Luigi Pirandello
Sobald ein Kind geboren ist, wird das visuomotorische System (das Schauen und das Sehen) im selben Augenblick zum wichtigsten für sein Wachsen, das heißt zu der Weise, in der das Kind von Anfang an mitteilt. Was es höchstwahrscheinlich anschauen und sehen wird, ist das Gesicht der Mutter, besonders ihre Augen. Das Gesicht und die Augen der Mutter werden zur Mitte seines Schauens.
In der Lage, in der wir uns in den vergangenen Monaten wiedergefunden haben, war es gewiss nicht leicht, auf jenen Alltag zu verzichten, der von sozialen Begegnungen erfüllt war - für uns ebenso wie für die Kleinsten, die gezwungen waren, die Schulbank, die Freundschaften, die Hobbys und viele andere Beschäftigungen zu verlassen.
Diese besonderen Umstände haben uns vielleicht geholfen, den Wert der geschwisterlichen Bindung besser zu verstehen, die eine riesige Zahl von Faktoren bietet, welche eine gesunde psycho-physische und soziale Entwicklung fördern.
Kinder können froh sein, ungeachtet aller Umstände
Kinder lassen sich von der Schönheit begeistern
Kinder sind lernbereit
Kinder sind aufrichtige Sucher der Wahrheit
Am heutigen Tag, dem 20. November, wird derWeltkindertagbegangen, mit dem Ziel, das Bewusstsein für die Bedeutung der Sorge um das Wohl und den Schutz der Kinder in aller Welt zu wecken. Wie kann die Begehung dieses Tages Erwachsenen helfen, den Alltag erfüllter zu leben? Welche Lebenslektionen können wir von Kindern lernen?
Claudia Messing, Psychologin, Soziologin und Präsidentin der Argentinischen Gesellschaft für Familientherapie, sagt in ihrem jüngsten Buch „Wie Kinder heute denken und fühlen“, in unserer Zeit „komme es zu einer strukturellen Veränderung auf gesellschaftlicher Ebene im Verhältnis Eltern/Erwachsener – Kind, die „Symmetrie des Kindes mit dem Erwachsenen“ genannt wird. Kinder ahmen ihre Eltern und die Erwachsenen in solchem Maß nach, dass sie deren Sätze, deren Denkweise, Haltungen, Wissen, Sorgen und Ängste wiederholen und auch deren ungelöste Lebensgeschichten nachahmen. So stellen sie sich auf dieselbe Ebene – als wären sie Erwachsene.“
„Die Anforderungen des Erwachsenwerdens werden immer schwerer. Kinder und Jugendliche werden blockiert, demoralisiert und geben ihre Interessen rasch wieder auf. Deshalb ist die Frage nach Berufung und Beruf heute so schwierig: Sie müssen und wollen einen Beruf wählen, der ihnen Zufriedenheit und Erfolg garantiert, und sie dürfen sich dabei nicht irren. Wir müssen sie lehren und ihnen durch unser Beispiel zeigen, wie man die eigenen Interessen und Talente nach und nach entdeckt. Andernfalls ist das etwas, das lähmen kann, wobei die Freude am Entdecken verdrängt wird und die Sicherheit, die sie suchen, nur sehr schwer zu finden ist.“
Wir bringen einen Artikel aus dem Buch, von Prof. Ante Vukasović Für eine bessere Erziehung und ein erfolgreicheres Ehe- und Familienleben, über die Schönheit, Bedeutung und Herausforderung der Geburt und der Nachkommen für die Ortschaft Kučiće, Kroatien und die ganze Welt.