Mit heiliger Musik wollte ich das Erlebnis des himmlischen Jerusalem schaffen
„Das Einzige, wofür ich noch auf Erden bleiben möchte, ist: den Menschen als Träger oder Vermittler der Freude zu dienen“
„Ich liebe die Menschen, ich liebe das Leben, den Sport, besonders den Fußball, und ich halte mich streng an die Regeln eines gesunden Lebens… Ich hatte äußerlich ein bewegtes Leben, in der Seele aber ein ruhiges, auch damals, als ich zum Tod durch Erschießen verurteilt war, als mir alles Mögliche fehlte und als ich bei der Zwangsarbeit und beim Militär fror. Man fragt mich, warum das so ist, und ich sage: Weil ich beständig danach trachte, Gott zu leben, weil ich zu allem, was nicht Christus ist, 'Lebewohl' gesagt habe...“
(Fra Ivan Peran, aus den Notizen zur Autobiographie)
Der Diener Gottes Fra Ivan Peran wurde am 25. Juni 1920 in Kaštel Stari geboren, als einziger Sohn und, neben drei Schwestern, als ältestes Kind des Vaters Ivan und der Mutter Nediljka, geb. Piljić. In der Taufe erhielt er nach dem Großvater den Namen Srećko – Felicij. Vater Ivan besaß ein Geschäft und wünschte, dass der Sohn es einmal übernehme, doch da der Sohn zu den Franziskanern wollte, richteten die Eltern ein Gesuch an das Dominikanerkloster in Bol. Das Gesuch wurde abgelehnt, weil einzige Söhne in der Familie – nach den damaligen kirchlichen Normen – nicht ins Seminar aufgenommen werden durften. Auf den Rat des Pfarrers hin, auch an das Kloster in Poljud ein Gesuch zu richten, dabei aber nicht zu erwähnen, dass er der einzige Sohn sei, wurde das Gesuch angenommen, und Srećko wurde franziskanischer Kandidat. Als Junge ging er zu den Franziskanern auf die Insel Badija bei Korčula, wo er das damals bekannte klassische Gymnasium besuchte; bemerkenswert ist, dass eines der Motive, aus denen er zu den Franziskanern ging, der Fußball war: „Dort spielt man Ball“, schrieb er in einem seiner Tagebücher. Er hatte – wie man weiß – auch andere Voraussetzungen für einen Spielstil, etwa die Begabung für die Musik. Auch diese Form des Spiels trug ihn durch sein ganzes Leben. Und auch in seiner späteren Lebensgeschichte ist das Spiel beständig gegenwärtig. Wie hat er diesen spielerischen Zug in sich entwickelt?
Seine Familie war vaterlandsliebend geprägt. Der Vater der Familie, Ivan, ein rechtschaffener kleiner Kaufmann, im Ort geachtet, pflegte alles, was zur Identität des kroatischen geschichtlichen Wesens gehört. Er tat sich nicht in irgendwelchen nationalistischen Übertreibungen hervor, aber er erzählte seinem Sohn mit Stolz von den einstigen kroatischen Königen und von anderen großen Namen der kroatischen Geschichte. Die Mutter, eine sehr fromme Gläubige, trug dieses vaterländische Bewusstsein ihrerseits ebenso stark in sich. Fra Ivan hebt in einer Aufzeichnung mit Stolz hervor, er habe nicht einmal geahnt, „wie sehr die Mutter Kroatin war“. „Meine Mutter hat mir, ich erinnere mich, von den frühesten Jahren an mit viel Herz und Wärme vom hl. Josef erzählt. Neben jenen 'Kränzen' und dem 'Lobpreis' war ihr lumin (Öllämpchen, Anm. d. Hrsg.) im Haus unverzichtbar“, und wenn ein Unwetter mit Blitzen, Hagel, Regen und Donner näher kam, „dann läutete der hl. Josef, und die Mutter rief: „Kinder, lasst uns beten, der hl. Josef läutet.“ Der hl. Josef ist unter den Heiligen, die Fra Ivan besonders verehrte, auf seinem weiteren geistlichen Weg lebendig gegenwärtig geblieben: „Dem heiligen Josef übergebe ich meinen ganzen Zustand und meine Sendung“.
Eine Notiz aus den 'Erinnerungen aus der Kindheit' bestätigt auf bezeichnende Weise Srećkos/Fra Ivans vaterländischen Zug. Fra Ivan erinnert sich nämlich an ein Ereignis aus dem Jahr 1929, als er neun Jahre alt war. Ein gewisser Mate, mit dem Spitznamen Gesner, leitete den kroatischen Lesesaal in Kaštel Stari. Wegen ihrer Bedeutung für die Persönlichkeit Fra Ivan Perans geben wir sie zur Gänze wieder: „Gesner war sicher nicht sein Familienname, und ich weiß nicht, woher er diesen Spitznamen hatte. Mit ihm ist meine Volksschulzeit verbunden… Er leitete unseren kroatischen Lesesaal in Kaštel Stari. Er leitete ihn, putzte, ordnete die Zeitungen, verkaufte abends Getränke…, las Zeitung und schaute zu, wie wir Junioren an den Geräten turnten; wir waren 'kroatische Sokol-Turner'. In jenem Lesesaal empfand ich die Zrinski und Jelačić und Starčević und Radić und alle, die der Vater erwähnte, als gegenwärtig. Ich lebte dort in der kroatischen Geschichte. Wie nahe war da alles… auch Tomislav und Krešimir… und alles. Nach dem 9. Januar 1929 war das verschwunden, aber auch weiterhin ließ ich nicht zu, dass man die kroatische Trikolore umdrehte, die mein Vater an meinem kleinen Schiff angebracht hatte, das wir als Handarbeit anfertigen und in die Schule mitbringen sollten. Der Lehrer versuchte es, der gute P. Matas, der Direktor versuchte es, aber 'der Kleine gibt nicht nach', erzählte man sich später mit Genugtuung in unserem Lädchen. Und ich fühlte, dass ich nichts anderes sein konnte als Kroate. Die Lehrer sagten, es sei gleichgültig, wie die Fahne stehe, denn wir seien 'ein Volk'. Wenn es gleichgültig ist, soll sie so bleiben – schloss 'der Kleine' – erzählte der Lehrer selbst.
Wir heben auch Fra Ivans Beobachtung über den Glauben seines Vaters hervor: wenn er auf eine längere Reise ging, „ging er immer gebeichtet und kommuniziert, und wir in der Familie beteten jeden Abend für ihn“. Was die Mutter betrifft, so erwähnte Fra Ivan in zahlreichen Notizen seines Tagebuchs ihre große Frömmigkeit. Unter anderem schrieb er: „Ich erinnere mich auch an die Gebetbücher meiner Mutter… jede Seite für sich, und fast auf jeder zwei oder drei Heilige (Heiligenbildchen, Anm. d. Hrsg.)“. Die unverzichtbare Teilnahme an den sonn- und feiertäglichen liturgischen und volkstümlichen Gebetsfeiern sowie das gemeinsame Familiengebet, darunter auch das Rosenkranzgebet der seligen Jungfrau Maria, waren das beständige Glaubensbild der Familie von Ivan und Doma Peran.
Kaum in Freiheit entlassen, ging Fra Ivan in das nahe gelegene Kloster Mariä Verkündigung (Ljubljana, Tromostovje), zu den slowenischen Franziskanern: „Sie wussten von mir, sie erwarteten mich. Sie erzählen, wie die Mutter regelmäßig hierherkam, weinte, betete… Sie war, so sagen sie, wie die alte Hanna, die den Tempel nicht verließ“. „Ich erinnere mich an meine Mutter, sooft ich die Kirche Mariä Verkündigung betrete… Wie viele Gebete und Seufzer meiner guten Mutter bewahrt diese Kirche!“. Diese einfache, kleingewachsene Frau, Fra Ivans Mutter, trug eine große Seele in sich: „Meine Mutter war da eine heldenhafte Mutter: 'Söhnchen, wenn du ruhig bist, bin ich es auch' - sagte sie zu mir, als sie mich lächeln sah, mich, der zum Tode verurteilt war. Wer weiß, wie viel sie in dieser Kirche gekniet hat…“. Diese Beziehung zur Mutter prägte auf besondere Weise seine Verehrung der Mutter Maria, die auf eigene Art in einem seiner Gedichte zum Ausdruck kommt: 'Niemand konnte zu mir kommen außer dir, Mutter Gottes. Und du bist eingetreten, ganz bist du eingetreten, als ich mich dir völlig übergab. Da kniete ich wie ein kleines Kind auf deine Hand nieder und überließ mich deiner Liebkosung'. Denn wer kann vor der Erschießung einen Sohn besser verstehen als die Mutter, die selbst die 'Erschießung', die Kreuzigung ihres Sohnes erlebt hat.
Die Liebe der Mutter aus den Gefängnistagen hob Fra Ivan mit besonderer Empfindung hervor: „Jedes Mal denke ich an meine Eltern, vor allem an die Liebe meiner Mutter, die weder Regen noch Kälte noch die Abweisung löschen konnten, als ich im Bunker war“, wozu er mit erschüttertem Gefühl hinzufügt: „Ich denke an meine Mutter, die mich durchnässt in Ljubljana sucht; durchnässt auch das Lebensmittelpaket, das sie mir bringt…, man lässt sie nicht zu mir, ich war zusätzlich bestraft – im Bunker unter der Erde –, weil ich nicht verraten und melden wollte, was ich 'nicht weiß', und ich wusste es wahrhaftig nicht…“. Er hinterließ auch dieses Zeugnis der Liebe zu seiner Mutter: „Sie zögerten es hinaus (im Gefängnis, Anm. d. Hrsg.), uns die Pakete auszuhändigen, sodass die kostbaren Lebensmittel manchmal verdarben. Ich erinnere mich, wie ich ein grünes – schimmeliges Huhn aß und daran dachte, mit welcher Liebe meine Mutter das zubereitet und mir geschickt hatte!“.
Getauft wurde er in der Kirche, in der sich der Altar des hl. Felix (Srećko) befindet, jenes Heiligen, nach dem Fra Ivan den Taufnamen Felicijo-Srećko erhielt. Der heilige Felix prägte sich tief in Fra Ivans Leben ein, von der Kindheit bis zum Todesurteil, als Fra Ivans Eltern in einem Gelübde ihre Zuflucht zum hl. Felix nahmen und darum baten, ihr Sohn möge von dem ungerechten und grausamen Urteil befreit werden. Wie sehr Fra Ivan diesem Heiligen zugetan war, zeigen unter anderem auch die Verse, die er auf Košljun vier Jahre vor seinem Tod schrieb, mit dem Titel Mein Hymnus an den heiligen Felix – Felicijo-Srećko:
Dem Namen nach und wahrhaft glücklich, das bedeutet dein Name und dein Leben!
Aus deinem Altar und deinen Reliquien,
mehr noch: aus deiner Seele im Schoß des Vaters
strahlt immer neu und neuer,
frischer und frischer
der Duft Christi.
Oh, dass ihn doch alle erahnten und finden könnten!
Bete und erbitte, dass sich über unserem Ort und über der ganzen Erde,
der Himmel wegen der Bosheit der Menschen niemals verfinstere!
Erbitte, dass die Welt nicht von listigen Zauberern mit schlechten Geschichten verführt werde! –
Dass uns nicht die trügerischen, papierenen Glückslose betören,
sondern dass wir wie du glücklich seien und Zeugen des einzigen Glücks Christi.
Bete und erbitte, dass auch durch uns Glückliche,
alle Menschen, wo immer sie seien, allen Menschen, wie immer sie seien,
zu wahren Brüdern würden,
dass sie sich aneinander freuten, wie sich echte Brüder mit Herz und Seele freuen
über ihre Brüder in Gott !
Nach dem Abschluss der Volksschule wollte Srećkos Vater seinen Sohn – das einzige männliche Kind der Familie – in die Handelsschule einschreiben. Da er ein Geschäft hatte, wünschte er, dass der Sohn es einmal übernehme. Srećko aber wollte zu den Franziskanern, zu den Ordensleuten, und so schickte Vater Ivan ein Gesuch an das Dominikanerseminar in Bol auf der Insel Brač um Aufnahme Srećkos in ihr Gymnasium. Das Gesuch wurde abgelehnt mit der Begründung, die dominikanischen Bestimmungen verböten die Aufnahme von Kindern solcher Eltern, die nur ein einziges männliches Kind haben.
Auf den wiederholten Wunsch des Sohnes hin wandte sich der Vater an die Franziskaner in Poljud bei Split, bei denen ebenfalls dieselben Bestimmungen für einzige Söhne in den Familien galten, an die sich aber von den Franziskanern niemand erinnerte; so wurde der Junge Srećko Peran Ende des Sommers 1931, in seinem elften Lebensjahr, in das franziskanische Seminar bzw. in das niedere klassische Gymnasium auf der kleinen Insel Badija bei Korčula aufgenommen.
Schon in der zweiten Klasse des Gymnasiums auf Badija begann er sich planmäßiger mit dem Spiel auf Klavier und Harmonium zu befassen. Es traf sich glücklich, dass in jenem Jahr, also 1933, Fra Bernardin Sokol als Musiklehrer nach Badija kam, der bereits als Musiker bekannt war. Für Srećko war er zugleich hohes Vorbild und erster Musiklehrer: „In der dritten Klasse, zu Weihnachten, kam der verstorbene P. B. Sokol, der Musiker, und nahm mich unter die Klavier- und Harmoniumspieler auf“. Der Schüler machte sich an der Seite des großen Lehrers mit viel Begeisterung an den Fortschritt in der Musik.
Nach den damaligen Regeln der Franziskaner ging Fra Ivan im Jahr 1936, nach Abschluss der ersten Klasse des Obergymnasiums in Dubrovnik, in das Probejahr, das Noviziat, auf die kleine Insel Košljun, wo die Provinz des hl. Hieronymus ihr Noviziat hatte. Die kleine Insel Košljun mit dem Klosterkomplex, in der Bucht beim Ort Punat auf der Insel Krk, ist ein Ort von seltener natürlicher Schönheit und klösterlicher Prägung: „Košljun muss Haus Gottes und Haus des Gebetes sein, nicht nur dem Namen, sondern der Wirklichkeit nach! Und das muss Gutes hervorbringen!“, oder auch: „Košljun ist ein Herdfeuer, an dem sich die Menschen wärmen sollen!... Jede Begegnung von Menschen mit uns – und davon gibt es hier reichlich, auch heute über hundert Menschen! – muss für sie eine aufgeschlagene Seite der Bibel sein, besonders der Seligpreisungen!“ „Ich sitze in der Ecke der Klosterkapelle auf Košljun, wohin ich jeden Tag gehe, ja mehrmals am Tag… Auf meinen Knien liegt die Bibel… Manchmal schlage ich sie auf, lese ein paar Zeilen… Schließe sie… Überlasse mich dem Nachdenken, der Betrachtung… dem Schauen – der Kontemplation. Die Kontemplation ist das Leichteste, das Süßeste!“ (Aus den Notizen zur Autobiographie)
In späteren Jahren, als Fra Ivan auch Dubrovnik und Split und Zadar 'gekostet' hatte, hörte er nicht auf, an Košljun zu denken, was er in verschiedenen Tonlagen ausspricht, etwa als er das Amt des Provinzials versah: „Was Košljun betrifft, so liebe ich es, und wenn der Herr mir zu beten gäbe – ich würde ihn auf Košljun bitten: 'Herr, nicht 12 Jahre wie bisher, sondern 12x12'“. Für ihn ist Košljun ein anderer Ort, ein anderes Kloster: „Košljun besitzt, was kein anderes Kloster besitzt (…). Košljun ist für mich immer, auch jetzt, ein volles 'La Verna', wo ich jedes Mal spüre, dass ich besser, froher und frömmer werden muss“. Von allem, was Košljun besitzt, verbirgt sich gerade in jenem Letzten – 'froher, frömmer sein' – das Geheimnis der Beziehung zwischen Košljun und Fra Ivan: „Schön ist Košljun… Ein Genuss ist es, im Zimmer zu sein, ein Genuss zu beten, ein Genuss auszuruhen, ein Genuss, auf Košljun zu sein… Probleme? Ja, aber 'košljunsche', sie entstehen und vergehen und hören auf; wie sie entstanden, so sind sie vergangen, so haben sie aufgehört… und Košljun? – Immer schön! – Schön, weil es heilig ist. Ja, weil es heilig ist“.
Mit der Ablegung der feierlichen Gelübde in Split-Poljud hat Fra Ivan den Franziskanerorden ganz und für immer umfangen. Damit war auch sein erstes Jahr des Theologiestudiums vergangen, das durch die Kriegsumstände gewaltsam unterbrochen worden war. So geht Fra Ivan mit seinen Mitbrüdern und Mitstudenten den heiligen Weihen entgegen. Nachdem sie im Juni 1943 das Subdiakonat und das Diakonat empfangen hatten und in das vierte Jahr des Theologiestudiums eintraten, erlangten seine Mitbrüder und Mitstudenten und er das Recht, die Priesterweihe empfangen zu dürfen. Fra Ivan ist der Jüngste unter den Kollegen, und wegen des fehlenden kanonischen Alters – er hatte gerade erst das 23. Lebensjahr vollendet – muss nach den Normen des Kirchenrechts für ihn die Erlaubnis (Dispens) zum Empfang der Priesterweihe erbeten werden. Das Gesuch wurde über die Ordenskongregation gewährt. Die Weihe spendete der Bischof von Mostar, Msgr. Petar Čule, in der Kirche der Minderbrüder in Dubrovnik, am 8. August 1943, unter Kriegsumständen.
„Gleich nach dem Krieg, 1946, ging ich zum Militär nach Ljubljana, das war der reguläre Wehrdienst, und 1947 sperrten sie mich ins Gefängnis. Warum? Ich sage es Ihnen ganz kurz: wofür sie mich verurteilt haben, das haben sie nicht in die Anklageschrift geschrieben. Was aber tatsächlich war: Ich war ein junger Priester, und das habe ich nie verheimlicht. Ich habe keinerlei Propaganda betrieben, ich bemühte mich, ein guter Soldat zu sein, aber die Soldaten begannen, als sie von meiner Überzeugung hörten, ihre eigene religiöse Überzeugung zu bekennen. Während der Mahlzeiten beim Militär bekreuzigte ich mich, und nach einiger Zeit begannen das auch die übrigen Soldaten zu tun. Dazu sprach ich auch mit meinen Kameraden, den Katholiken, aber auch mit den anderen, oft über den Glauben; wenn sie ein Problem hatten, kamen sie von selbst zu mir, denn offenbar flößte ich ihnen Vertrauen ein. Ich sagte immer nur das eine: der Glaube ist nach der Verfassung frei.
Aus einer solchen geistlichen Verfassung konnte sein lebendiger Wunsch hervorgehen – als tiefste Lebensentscheidung – in den Stunden der Verbüßung der Gefängnisstrafe: „Warum wollte ich die Freiheit? Damit die Welt Christus als gegenwärtig spüre. 'Lebewohl' habe ich zu allem gesagt, was nicht Christus ist“ (Tagebuch, 1974). Der Herr wollte mein Leben – das NEUE LEBEN –, damit es jemandem FREUDE bringe! Das ist meine Berufung, immer neue Berufung und Herausforderung: für den Herrn!“ (Tagebuch, 1996)
Er bezeugte: „Im Gefängnis konnte ich volle 4 Stunden auf dem Boden knien: von 7:00 Uhr, wenn in der Stadt die erste hl. Messe begann, bis 11:00 Uhr, wenn die letzte endete! Ich kniete unbeweglich, mit gefalteten Händen, ohne mit der Wimper zu zucken, gesammelt. Ich war 28, 29, 30 Jahre alt. Ich empfand es nicht einmal als anstrengend. Oft sagte ich mir: 'Wärst du jetzt in der Kaserne und müsstest STILLGESTANDEN verharren, du würdest überhaupt keine Frage stellen, und du könntest es'. Ist es hier denn nicht MEHR?!“ (Aufzeichnungen aus dem Gefängnis)
Ich erinnere mich, dass ich als Priester entschieden das Wort ergreifen und aussprechen konnte, womit ich nicht einverstanden bin, immer wenn von Glaubensfragen die Rede war. Sie versuchten, mir das anzulasten, worüber ich beim Militär gesprochen hatte, und ich sprach von Gott, vom Glauben… Auf Einwände, die meinen Glauben betrafen, antwortete ich schlicht, dass der Glaube nach der Verfassung nicht verboten ist. Doch schon zwei, drei Monate nach meiner Ankunft beim Militär in Novo Mesto (Slowenien) begann sich die Lage zu ändern. Eines Morgens, als wir alle 'angetreten' waren, wurde ich öffentlich aufgerufen. Sie sagten, hier sei ein Pfaffe Peran, der sich negativ auswirke und alles verderbe.
Das war der Anfang. Sie brachten mich nach Rogatec bei Ljubljana, wo ich in Untersuchungshaft war. Dort verhörten sie mich: Vernehmung von 15:00 Uhr bis eine Stunde nach Mitternacht. Savelić (der Hauptmann und die anderen) lächelte auf meine Berufung auf die Verfassung hin nur und winkte ab. Und erst dort sah ich, wie sie alles aufgeschrieben hatten: wann ich gesprochen hatte, mit wem ich gesprochen hatte, worüber gesprochen wurde… In einem inszenierten Prozess (man klagte mich an, ich hätte den Staat stürzen wollen!) wurde ich auch nach Erzbischof Stepinac gefragt: 'Was ich von ihm halte?' 'Er ist für mich der vorbildlichste Priester', antwortete ich. Das war 1947. Selbstverständlich trug auch das zu meiner 'Schuld' bei, das heißt zur Verurteilung zum Tod durch Erschießen, danach durch die Begnadigung aus Belgrad zur Gefängnisstrafe.“
Als er sich später an die Verhöre und an das Todesurteil erinnerte, schrieb er: „(Das war) vor 26 Jahren, und ich war damals 27. Ich war reif; ich bin stolz. Ich erinnere mich, dass ich wahrhaftig alles verlassen hatte: - Besitz? … arm, mittelmäßig, gut gestellt? – Ich besitze nichts! – Nichts?... Wie, nichts?... Und ich musste meine Gelübde erklären… Mit Stolz erklärte ich sie, und das Gericht protokollierte meinen Reichtum: 'Besitzt nichts'. Ich hatte allen Reichtum in mir: Gott! Und wahrhaftig, ich war bereit zu sagen: 'Bitte, verbindet mir nicht die Augen. Ich vergebe allen', dann niederzuknien und zu sagen: 'Und Du, Herr, vergib mir. Es lebe Christus der König! Schießt'. Ja! Ich war unschuldig, völlig unschuldig; das geschah um Deinetwillen, Herr, und Du hast gesagt: Selig seid ihr, wenn man euch um meinetwillen fälschlich alles Böse nachredet. Freut euch und jubelt, denn euer Lohn im Himmel wird groß sein'. Ich verspürte schon einen Vorgeschmack dieses Lohnes, denn das Todesurteil war gefällt, und man wartete nur noch auf die 'Rechtskraft' aus Belgrad. Das war nur eine Formalität, damit rechneten alle, vom Major, dem vorsitzenden Richter, bis zu mir. Denn die ganze Schuld der ganzen 'Bande' lag ja bei mir! Meinen Eltern und Schwestern wird die Trauer um mich nicht leichtfallen; ich erinnere mich, dass allein das mir Tränen entlockt hat, aber es wird der Tag kommen, wenigstens im Himmel, an dem sich auch das für sie in Freude verwandeln wird!, und sie werden stolz sein auf ihren Sohn, den Märtyrer“.
„Das Einzige, wofür ich noch auf Erden bleiben möchte, ist: dass ich als FROHBOTE diene, als Träger der Freude oder Vermittler der Freude für die Menschen; dass ich irgendwie ein Widerschein der Güte Gottes sei, in der Geduld, im Verstehen, im Verzeihen, in grenzenloser Liebe, im Dienen ohne jede Erwartung einer Gegenleistung; dass die Menschen in mir Ihn nahe spüren, gegenwärtig, unter sich, unter uns. Darum sage ich allen: 'Liebt Gott, sehnt euch nach ihm und vertraut auf ihn'!“ (Aus den Notizen zur Autobiographie und aus dem Tagebuch)
Fra Ivans geistlicher Weg und die Musik gehen miteinander. Die Verliebtheit in die Musik, vor allem in die kirchliche, ging untrennbar mit seiner Verliebtheit in die Ordens- und Priesterberufung einher. Ein einziger seiner Sätze sagt die Tiefe und die Richtung seines musikalischen Wirkens: „Wenn ich irgendetwas annehme (er meint die Musik), verstumme ich, sammle mich, schaue auf Christus, der immer bei mir ist, und sage: Herr, arbeiten wir! Und jene, die singen werden, mögen Dich hören“! (Aus den Notizen zur Autobiographie).
„Ich wollte und will eine durchsichtige HARFE Gottes sein, damit durch mich – den durchscheinenden, einfachen und armen – GOTT und der HIMMEL sichtbar werden und damit der Herr auf mir – der HARFE – seine Kompositionen spielen kann!“ (Aus den Notizen zur Autobiographie)
Das erste musikalische Erlebnis, das er sich einprägte, aus dem Alter von vier Jahren, war „das Promenadenkonzert der Blaskapelle aus Crikvenica“ an der Küste von Kaštel Stari Aus der frühen Kindheit erinnert sich Fra Ivan, dass die Kinder von Kaštel Stari, unter denen auch er war, „schon am Fest der hl. Katharina, also einen Monat vor Weihnachten, in den Häusern Weihnachtslieder zu singen begannen! Bezeichnend ist, dass ihm die Melodien aus den Riten der Karwoche besonders tief im Gedächtnis geblieben sind. Neben der Erinnerung an das 'baraban', das „Schlagen mit dem Stock auf die Bänke war, während die Wohlhabenderen 'čvrčejke' – 'Ratschen' hatten“, bezeugt Fra Ivan, dass ihn als Jungen besonders die Gesänge des Propheten Jeremia beeindruckt haben: „Was mir noch heute in den Ohren rauscht, ist der erschütternde Schluss der Klagelieder Jeremias: Jerusalem, Jerusalem, bekehre dich…“
„Wo, wann und wie komponiere ich? Immer und überall. Beim Spazierengehen, beim Warten auf den Bus, während einer Fahrt mit dem Bus oder im Flugzeug… Jene 'Acht Volksmessen durch das Kirchenjahr' (2001) beim Spazierengehen im Wald auf Košljun, und jene mit dem Titel 'Blümchen auf der Wiese' wahrhaftig inmitten eines Teppichs von Löwenzahn unter den Olivenbäumen am Meer. Als ich das Oratorium 'Apokalypse' schrieb, weckte mich eines Nachts der Regen, ach, der Regen! Da war die Inspiration für die 'Sintflut'! Ich stand auf und schrieb die Sintflut.
Den ganzen Sinn der Kirchenmusik sieht Fra Ivan im Erleben der ewigen Schönheiten: „Und wie alle Künste unter der Obhut der einen Muse=Musik geblieben sind, so sind hier alle Freuden des Paradieses unter dem Begriff des Gesangs=der Musik zusammengefasst. Ich betrachte: Wie mag jene Musik beschaffen sein, von jenem cherubinisch-seraphischen Heilig! Heilig! Heilig!... (vgl. Offb 4, 8); Jes 6, 3; Ez 10, 12) bis zu jener unendlichen bei der Hochzeit des Lammes? Ich weiß es nicht, aber das verwirrt mich nicht; es genügt zu bemerken, dass sich all das, 'was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gedrungen ist', 'was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben' (1 Kor 2, 9), unter dem Begriff des Gesangs-der Musik verbirgt“. Mit Überzeugungskraft sagt er – gestützt auf die Weisungen des kirchlichen Lehramtes über die heilige Musik – „dass die heilige Musik das Erlebnis des himmlischen Jerusalem schaffen muss“. Im Gabengebet des Montags der 2. Osterwoche heißt es: 'Nimm an, Herr, die Gaben deiner singenden Kirche. Du bist der Grund so großer Freude; gib, dass sie uns in ewige Freude übergehe'.
„Seit vierzig Jahren fahre ich per Anhalter. Natürlich könnte ich den Bus nehmen, aber das hier ist viel interessanter. Das Merkwürdigste ist: wann immer ich aufbreche, komme ich stets vor dem Bus an, und dabei lerne ich neue Menschen kennen, wir unterhalten uns… Ich beherrsche mehrere Sprachen, also habe ich auch mit Ausländern keine Schwierigkeiten. Sie verkürzen mir den Weg, ich ihnen die Zeit! Außer Kroatisch und den klassischen Sprachen, die ich in der Schule gelernt habe (Griechisch und Latein), habe ich auch Französisch gelernt, und später habe ich selbstständig Italienisch, Deutsch, Englisch, Spanisch, Russisch und Slowenisch gelernt.“ (Aus den Notizen zur Autobiographie)
Dieser bezeichnende Zug des Reisens per Anhalter bleibt ein besonderes und eigenwilliges Siegel von Fra Ivans Wunsch, äußerst einfach zu leben – „als Pilger und Fremdling in dieser Welt“, wie der heilige Franz von Assisi gerne sagte (Testament des heiligen Franziskus) –, um den Glauben zu bezeugen und zu evangelisieren „zu gelegener und ungelegener Zeit“ (Tim 4, 2). Fra Ivan, ein Ordensmann stets im franziskanischen Habit, reiste aus mehreren Gründen beharrlich per Anhalter. An erster Stelle aus dem Wunsch, von der Hilfe anderer abhängig zu sein, arm zu sein und frei zu sein, was ihn zum legendären Reisenden gemacht hat - zum trampenden Franziskaner. In einer Tagebuchnotiz drückt er diesen 'franziskanischen' Zug seiner Reisen per Anhalter aus: „Mehrmals frage ich mich: Wie erleben die Menschen einen Franziskaner im Habit? Auch auf der Straße und beim Vortrag? Wenn ich einen Franziskaner im Habit in weltlichen Umgebungen betrachtete, und davon gab es mehrere, erlebte ich den Franziskaner als einen, der zeitgemäß ist, der erwünscht ist! So muss es auch beim Trampen sein, denke ich. Viele haben mir auch gesagt, es sei ihnen sehr sympathisch, einen Franziskaner trampen zu sehen. Schließlich ist das Bitten, Gebet, Abhängigkeit von der Güte des Nächsten, und doch ist da von unserer Seite das Beschenken, und zwar reichlich! 'Niemals können euch die Menschen so viel Gutes tun, wie ihr ihnen', sagte der hl. Franziskus“ (Tagebuch, 1997).
Von den bedingt so genannten 'weltlichen' Zügen ist aus Fra Ivans Tagebüchern besonders sein Interesse für den Sport hervorzuheben, worüber er gerne sprach, vor allem über den Fußball. Lebhaft verfolgte er nationale und internationale Fußballspiele sowie andere sportliche Wettkämpfe. Das Spiel war für Fra Ivan immer Freude, Entspannung, Übung für die Gesundheit von Leib und Seele. Schon als Junge trainierte er Fußball und spielte ihn bis in seine siebziger Jahre, und er ging zu den Spielen von Hajduk, wann immer sich ihm dazu die Gelegenheit bot.
Einer seiner Zöglinge, der später den Priesterberuf aufgab, aber weiterhin mit den Franziskanern verbunden blieb, erinnert sich an ein Fußballspiel auf dem kleinen Betonplatz beim heutigen Zollamt in Zadar, bei dem auch Fra Ivan mitspielte: „Das war irgendwann um 1977, als Fra Ivo an die 60 Jahre alt war und das Amt des Provinzials versah, und als sich seine älteren Mitbrüder im Kloster wunderten, dass er in diesen Jahren mit den Seminaristen und mit anderen jungen Männern noch 'herumtobte'. Die Fußballmannschaften bestanden überwiegend aus Seminaristen mit dem einen oder anderen Theologiestudenten oder jungen Priester, unter die sich auch der alte Knacker - wie wir Jungen damals meinten - Fra Ivo Peran mischte, obendrein noch der Provinzial. Mir fiel die Seite gegen die Mannschaft des Provinzials zu. Die Seminaristen spielten auf beiden Seiten fair, aus Achtung vor den Jahren des Provinzials und vor seinem hohen Vorsteheramt (Provinzial). Mir als Dreißigjährigem, angespannt von sportlichem Eifer, von Libido und starken Muskeln, kam das lächerlich vor. Im Spiel nahm ich weder auf seine Jahre Rücksicht noch darauf, dass er Provinzial war. Mehrmals zielte ich im Zweikampf nicht auf den Ball, sondern auf sein Bein, in der Absicht, seine Geduld zu prüfen. Offensichtlich taten ihm meine Tritte weh, aber er gab nichts zurück und zeigte auch nicht, dass er zornig war, und er verlangte auch kein Foul, außer ein einziges Mal, als beide Seiten sahen, dass ich ihn absichtlich und heftig ins Bein getreten hatte; da blieb er selbst stehen, sah mir kurz in die Augen und spielte weiter, als wäre nichts geschehen. Danach machte mir jemand aus meiner oder aus seiner Mannschaft den Vorwurf, das sei von meiner Seite weder sportlich noch franziskanisch, und so hörte ich mit den Provokationen auf“ (Zeugnis über Fra Ivan Peran). Die Provokationen haben Fra Ivans geistliche Kraft gezeigt, und in der Seele des Provokateurs blieb ein reuiges Gefühl und das unauslöschliche Bild einer starken Seele.
In allem authentisch und im Geist frei, versah er seine Weise des Dienens bis zuletzt freudig, mit einem prophetischen und charismatischen Zug. Ein solcher, verhältnismäßig seltener 'Stil' in der Ausübung des Vorsteheramtes war nicht allen genehm - auch nicht den Franziskanern in seiner Provinz. Obwohl er nicht selten als 'unrealistisch' erlebt wurde, als einer, der 'nicht auf der Erde ist', blieb Fra Ivan beständig 'er selbst', das heißt: Gottes, Christi, in geistlicher Freiheit, und das erfüllte ihn beständig mit Freude. Mit einer arglosen und reinen Anspielung auf die Vorwürfe, die er bisweilen hörte, hielt er fest, was dem Menschen die Freiheit im Geist schenkt: „Sie ärgern sich über mich, dass ich die Probleme nicht sehe und dass ich keine Probleme habe. Sie ärgern sich, dass ich niemals zornig bin. Sie ärgern sich, dass mir das Lächeln immer auf den Lippen liegt. Sie ärgern sich, wenn ich finde, dass mir alle Gutes wollen. Sie ärgern sich, wenn ich sage, dass mir der Velebit oder der Lovćen nicht einmal erlaubt hat, die Zeitung zu lesen: Sie nahmen mich ganz gefangen, und ich genoss ihre Gesellschaft, ich wiederholte 'wie wunderbar das ist…', und dann schrieb ich die Morgenlaudes (ein poetischer Text Fra Ivans, Anm. d. Hrsg.). Und als ich das geschrieben hatte, da meldete sich auch das gekräuselte Meer unter dem Velebit – der Bergkanal und die grünliche Oberfläche des Fjords der Bucht von Kotor –, und danach meldeten sich auch die Bäume: kahl oder im Laub, dann das Geröll mit Schneeresten in der Höhe, dann die erschrockene Turteltaube, die aufflatterte, und ich sage zu allem: Lobt den Herrn und dankt ihm! – und ich selbst dankte und freute mich und betete, während ich mich im Bus umsah, für den Glauben, der neu gebiert, für die Hoffnung, die erhellt, für die Reue, die die Gnade der Liebe herbeiruft, für die Liebe, die vergöttlicht, für mich und für alle meine Mitreisenden… Sie ärgern sich, als ich sagte, dass die tägliche Pflicht nicht mit fünf Minuten Gebet erfüllt werden kann, sondern im unaufhörlichen Gebet… Und sie ärgern sich, und sie ärgern sich, … und sie ärgern sich… Ich aber fühle, dass ich unaufrichtig wäre, wenn ich sagte, ich sei nicht glücklich, wenn mir das Lächeln nicht immer auf den Lippen läge, wenn ich Klagelieder anstimmen müsste über Probleme, die ich nicht sehe. Also: Sie ärgern sich, dass ich nicht unaufrichtig bin? Und wie sollte ich Probleme sehen, wenn der Herr mir sagt: Wirf alle deine Sorgen auf mich; Sorgen, lies: Probleme! Und wäre es nicht Sünde, nicht zu gehorchen? Hieße das nicht, im Herrn alles andere zu sehen und gerade das nicht zu sehen, was Er ist: die Liebe? Woher dürfte ich Probleme haben, wenn Gott mich liebt und wenn er uns alle liebt? Und das einzige Problem ist, die Nähe der Liebe nicht zu spüren. Und das Einzige, was mich in allem leiten muss: die Nähe der Liebe sichtbar zu machen. Und ich bemühe mich darum durch aufrichtige, einfache, kindliche Hingabe an das Lächeln der Liebe; und ich bitte, dass an mir und durch mich das himmlische Lächeln der Liebe sichtbar werde“.
Unser Ivo – das ist ein Leben des Optimismus und der Hingabe an Gott! Der Herr hat in seinem Herzen einen tiefen Brunnen gegraben. Aus diesem Brunnen quoll Freude hervor, Leben, aus ihm kam der Gesang hervor, kam eine bleibende Liturgie hervor. Und darum ist es kein Wunder, dass aus seinem Schwingen in der Hingabe an Gott, in der Hingabe an den Nächsten, hin zum Menschen, aus seinem Staunen vor jedem Leben – der Blume wie des Vogels, in jenem Geist des hl. Franziskus – die wunderbare, harmonische, so genannte 'Peran-Messe' hervorgegangen ist. Wir alle singen sie, vom Norden bis zum Süden, von Osten und Westen. Ich glaube, dass dies die geistlichste liturgische Messe ist, die bei uns komponiert wurde. Bei dieser Arbeit muss man bei den Kindern und Jugendlichen beginnen, worin er außerordentliches Können gezeigt hat: „Matisse sagte: 'Geht nicht an den Kindern vorbei, denn die Kinder sind die größten Künstler; das Evangelium aber stellt uns die Kinder als Vorbilder und Lehrer hin. Unter den Kindern, die ich über mehr als fünfzig Jahre hinweg im Singen und Musizieren unterrichtet habe, sind heute manche große Namen als Sänger, Sängerinnen, Dirigenten, Komponisten, Pianisten und Pianistinnen… Viele schreiben mir noch immer: 'Die schönsten Augenblicke des Lebens und das schönste Lied sind die vielen Motetten, die wir fleißig eingeübt und aufgeführt haben und die wahrhaftig ewige Musik bleiben“.
„Ich verfolge die Bora in den Kronen der Steineichen, ich verfolge die Wellen des Südwinds und des Mistrals und denke: Mein Gott, das alles nach deinem heiligen Willen! Und das alles hat seinen Rhythmus und seine Farbe und ein wechselseitiges Mitwirken und Zusammenwirken! Die Zikade zirpt eintönig. Ich höre mehrere von ihnen. Wetteifern sie? Stehen sie miteinander in Verbindung? Ich weiß es nicht, aber ich weiß, dass sie ihre Aufgabe haben, die sie unaufhaltsam erfüllen. Und das alles spricht zu mir! Die Ähren singen und die Felder singen und die Wälder singen…', sagte ich, als ich auf einen Gruß an mich als den Komponisten dieser Messe antwortete; und sie werden auch dann singen, wenn ich über den Wolken sein werde; ich habe es gespürt“.
(Aus den Notizen zur Autobiographie)
- Mladen Klanac
- Zugriffe: 36






