Euer Schmuck sei nicht der äußere
„Euer Schmuck sei nicht der äußere
– kunstvolle Haartracht, Goldgeschmeide
oder das Anlegen prachtvoller Kleider. Sondern:
der im Herzen verborgene Mensch,
von unvergänglicher Schönheit,
mit sanftem und ruhigem Geist.
Das ist vor Gott kostbar.“
1 Petr 3, 3-4
„Die passende Kleidung macht uns zu Menschen.“
William C. Breda
„Ein klarer und vernünftiger Mensch bewegt sich in seiner Welt in anständiger und angemessener Kleidung.“
G.K. Chesterton
Äußeres und Kleidung sind seit jeher wesentliche Merkmale der Persönlichkeit. Neben der Zweckmäßigkeit hat sich in der Kleidung auf gewisse Weise immer auch das Wesen eines Menschen gezeigt. Die Fragen rund um die Art sich zu kleiden reichen in ferne Zeiten zurück, in denen man die Ursprünge bestimmter Kleiderregeln suchen muss, die sich bis in unsere Tage erhalten haben. Die Kleidung ist ein Symbol voller Nuancen: sie steht für Würde – königliche, priesterliche oder prophetische; das Gewand, das der Gläubige trägt, ist gewoben aus den Haltungen des Evangeliums: Barmherzigkeit, Güte, Demut.
In der Bibel ist die Kleidung ein Symbol für Identität, Würde und Stand und weist auf das hin, was im Herzen eines Menschen ist. In den Erzählungen von der Schöpfung kleidet Gott Adam und Eva, die nach der begangenen Sünde begreifen, dass sie nackt sind. Die Nacktheit, die in diesem Fall Scham hervorruft, verweist auf die Erfahrung menschlicher Zerbrechlichkeit, auf das Elend, das die Sünde verursacht, die die Beziehung zu Gott abbricht, sodass sie infolge dieser Tat die Würde der Kinder Gottes verlieren: „Sie erkannten, dass sie nackt waren“. Nackt waren sie auch schon vor der Auflehnung, doch sie 'schämten' sich dessen nicht (Gen 2,25). Nun aber ist ihnen diese Nacktheit unerträglich: „Sie nahmen Feigenblätter und machten sich Kleidung“. Sie suchen Zuflucht im Bedecken: sie verbergen sich vor dem Blick des anderen. Sie müssen sich 'zeigen', um das Wesen zu verbergen, das sie geworden sind, oder besser gesagt: das, was sie von ihrem Wesen verloren haben und weshalb sie sich 'entblößt' vorfinden; das ist jener 'Mangel', den sie vor den Blicken der anderen, vor sich selbst und vor Gott verbergen müssen.
Barthélemy erklärt das Bedürfnis nach Kleidung so: „Der Mensch ist ein Wesen, das weit mehr danach trachtet, sich zu bedecken, als sich zu kleiden. Er versucht, eine Rolle zu spielen, in Erscheinung zu treten, das Aussehen... eines Engels zu haben, und ebenso die Frau. Doch um genau zu sein: es ist der Versuch des Menschen, sich zu zeigen; wenigstens in den Augen der anderen zu sein, wenn er es in den eigenen Augen nicht mit hinreichender Sicherheit sein kann. Das gibt wenigstens ein wenig Frieden: die Einsicht, dass man einem anderen anziehend oder lieb erscheinen kann. Nach dieser "ersten Sünde" fühlt sich der Mensch betrachtet, das heißt: verurteilt. Der Blick des anderen ist seine Qual. Er fürchtet ihn, aber er kann sich nicht helfen. Das Gewand ist das Mittel, das es ihm erlaubt, sich zu zeigen und zugleich zu verbergen. Doch Gottes Blick dringt durch das Gewand und durch das Versteck, in dem er sich befindet: «Sie hörten die Schritte Gottes, der in der Kühle des Morgens im Garten umherging, und der Mann und die Frau versteckten sich vor Gott unter den Bäumen des Gartens. Gott rief den Menschen: "Wo bist du?", sprach er. "Ich habe deinen Schritt im Garten gehört – antwortete er – und ich fürchtete mich, weil ich nackt bin, und ich versteckte mich".
Auch im Gleichnis vom barmherzigen Vater beherrscht das Symbol der Kleidung das Geschehen: der Sohn, der das Haus verlässt, hat nicht nur sein Vermögen vergeudet, sondern zugleich mit der Verwerfung seines Vaters auch seine Identität als Sohn verworfen. Als er nach Hause zurückkehrt, lässt ihn der Vater – der Einzige, der das vermochte – das schönste Gewand anlegen, das zeigt, dass er Sohn ist und nicht Knecht (Lk 15,22).
Der heilige Paulus verwendet für das, was in der Taufe geschieht, ausdrücklich das Bild des Gewandes: "Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen" (Gal 3,27). Das ist es, was in der Taufe geschieht: wir ziehen Christus an, er gibt uns sein Gewand, und dieses ist keine äußerliche Sache. Es bedeutet, dass wir in eine existenzielle Gemeinschaft mit ihm eintreten, dass sein und unser Sein sich vereinen und einander durchdringen: „Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir“ – so beschreibt Paulus selbst im Galaterbrief (2,20) das Geschehen seiner Taufe. Christus hat unsere Kleidung getragen: den Schmerz und die Freude, Mensch zu sein, Hunger, Durst, Müdigkeit, Hoffnungen und Enttäuschungen, die Furcht vor dem Tod, all unsere Angst – bis in den Tod hinein. Und er hat uns sein "Gewand" gegeben. Was Paulus im Galaterbrief als schlichte "Tatsache" darlegt, ist im Epheserbrief eine bleibende Aufgabe: "Ihr müsst den alten Menschen mit seinem früheren Verhalten begraben! … [Ihr müsst] den neuen Menschen anziehen, der nach dem Bild Gottes geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit“. Der Christ nämlich bringt durch sein Verhalten die Werte Christi zum Ausdruck, die in ihm leben, und das sind Zartheit, Güte, Demut, Sanftmut, Großherzigkeit, Barmherzigkeit, Freundlichkeit.
In der Offenbarung des Johannes ist die Kleidung ein Zeichen der Märtyrer (Offb 6,11), aber auch der gewaltigen Schar, die niemand zählen konnte und deren Kleider im Blut des Lammes gewaschen sind; auch die Engel sind in reines Leinen gekleidet, was auf den priesterlichen Dienst hinweist, den sie versehen werden; das strahlende Gewand aus reinem Linnen von großem Wert steht im Gegensatz zur prunkvollen und funkelnden Kleidung der Hure (17,4; 18,16).
Die Offenbarung des Johannes beschreibt eine Frau, die mit der Sonne bekleidet ist (12,1), was in biblischer Sprache auf eine Schönheit hinweist, die Gott selbst widerspiegelt. Für die Christen ist diese Frau Maria, die Mutter Jesu. Sie ist zugleich Zeichen der Kirche in ihrer tiefsten Identität als Gegenwart Christi in der Geschichte, die Kinder Gottes gebärt. In der Erzählung von der Verklärung Jesu wurde sein Gewand weiß wie das Licht oder blendend hell, was seine österliche Herrlichkeit vorwegnimmt (vgl. Mt 17,2; Mk 9,3; 9,29).
Diese Frage beschäftigte auch die frühe Kirche, wie die erhaltenen Werke der frühen christlichen Schriftsteller schon von Tertullian an belegen. Eine knappere Betrachtung dieses Themas bietet uns etwas später der heilige Cyprian, Bischof von Karthago, in der kleinen Schrift De habitu virginum (Über die Kleidung der Jungfrauen).
Schon der Titel zeigt an, dass unter dem Begriff der Kleidung das Verhalten und Auftreten der Jungfrauen gemeint ist. Statt durch das Äußere sollen sich die Jungfrauen durch innere Schönheit auszeichnen. Diese Schönheit ist bleibend und unvergänglich, anders als Schmuck und Kleider, die den Leib zieren. Die Jungfrauen sind der Glanz der Kirche, und Bischof Cyprian gibt in diesem Werk Anweisungen, wie die Jungfrauen handeln sollen. Gleich sei angemerkt, dass der heilige Cyprian die Mädchen nicht von der Ehe abbringt – im Gegenteil, die Ehe ist es, die er fördert; doch tadelt er Ausschweifung, Unzucht und falsches Auftreten. Er wendet sich an jene, die der Kirche dienen wollen, mahnt sie aber, wie sie sich verhalten und wonach sie streben sollen, wenn sie dafür Gottes Gabe empfangen wollen. Wichtig ist, glaubwürdig zu sein in dem, worin sie zu dienen beschließen. Der Familie ebenso wie Gott. Die Jungfrauen sind flores Ecclesiae (die schönsten Blumen der Kirche). Cyprian ermutigt und bestärkt sie als Bischof und Autorität freundschaftlich auf diesem Weg, warnt sie aber auch.
Der Aufbau ist bei jeder These ähnlich: Darlegung der Haltung, Untermauerung durch ein Zitat aus der Bibel, Warnung und schließlich Ermutigung. So legt er etwa im ersten Abschnitt, wo er von der Zucht spricht, zu Beginn seine Haltung und die Bedeutung der Zucht dar und untermauert sie mit der Heiligen Schrift. Die Zucht ist die Hüterin der Hoffnung, das Band des Glaubens, die Führerin auf dem Weg des Heils, Antrieb und Nahrung einer wohlgearteten Begabung und Lehrmeisterin der Tugend. Sie ermöglicht es, immer in Christus zu bleiben, unaufhörlich in Gott zu leben und zum verheißenen Himmel und zum göttlichen Lohn zu gelangen. Der Zucht zu folgen ist dem Heil förderlich, sie zu vernachlässigen verderblich, was er mit einem Zitat aus der Heiligen Schrift untermauert: „In den Psalmen spricht der Heilige Geist: 'Haltet Zucht, damit der Herr nicht zürne und ihr nicht vom rechten Weg abkommt und sein Zorn rasch über euch entbrenne“.
Im dritten Kapitel beginnt Cyprian endlich die Abhandlung über die Jungfräulichkeit, wo er gleich zu Beginn offenlegt, was Jungfräulichkeit für ihn eigentlich ist und wer die Jungfrauen sind: „Nun haben wir von den Jungfrauen zu sprechen; je größer ihre Ehre ist, desto größer ist auch die Sorge um sie. Die Jungfrau ist die Blume des kirchlichen Geschlechts, Zierde und Schmuck der geistlichen Gnade, eine frohe Nachkommenschaft, ein unversehrtes und unbeschädigtes Werk der Ehre und des Lobes, ein Bild Gottes, das der Heiligkeit des Herrn entspricht, der lichtere Teil der Herde Christi. Reichlicher blüht die ruhmreiche Fruchtbarkeit der Mutter Kirche und freut sich durch sie – die eine wie die vielen. Je mehr Jungfrauen ihrem Stand hinzukommen, desto größer wird die Freude der Mutter. An sie wende ich mich und sie ermutige ich mehr aus Liebe als mit Nachdruck. Ich fürchte nicht, dass ich, der Letzte, der Geringste und meiner Niedrigkeit bewusst, verurteilen würde; vielmehr, vorsichtig und besorgt, fürchte ich eher die Angriffe des Satans“.
Die innere Schönheit ist es, wonach man streben und womit man Aufmerksamkeit erregen sollte, und der Reichtum sollte sich darin zeigen, dass man anderen hilft, und nicht darin, dass man den eigenen Leib schmückt. Der hl. Augustinus wollte keine schönere oder gefälligere Kleidung tragen als jene, denen er vorstand. Brachte ihm jemand ein reicher geschmücktes Kleid zum Geschenk, so nahm er es an, ordnete aber an, es zu verkaufen, damit das dafür erhaltene Geld mit anderen geteilt werde, denn die Kleidung selbst konnte er nicht teilen. Er wollte ihnen an Würde und Liebe voraus sein, in der Kleidung aber ihnen gleich.
Ähnlich auch der hl. Ambrosius in der Schrift über die Jungfräulichkeit: „Sieh, wie aufgeblasen sie einhergeht, wie ein Götzenbild auf dem Triumphwagen, sie, die sich kleidet in der Absicht zu gefallen. Indem sie die Aufmerksamkeit und die Blicke aller auf sich zieht, erfährt sie gerade durch das, womit sie zu gefallen sucht, Verachtung. Eher wird sie dem Volk verhasst, als dass sie ihrem Mann gefiele“.
Papst Pius XII. erklärte einmal: „Viele Frauen…haben der Tyrannei der Mode nachgegeben, und zwar in einem Maß, dass schon ganz offenkundig ist, dass eine solche Kleidung unanständig ist. Sie haben sogar den Begriff der Gefahr verloren: sie haben das angeborene Gespür für die Schamhaftigkeit verloren. Menschen, die oft „zu leicht beeinflussbar“ oder „zu träge“ sind, um selbst kritisch zu urteilen, nehmen häufig das Erste an, was ihnen angeboten wird, und werden sich erst später der Mittelmäßigkeit und Unanständigkeit einer bestimmten Mode bewusst.“
Die katholische Journalistin Marian Therese Horvat deutet es so: „Der kulturelle Umsturz schließt einen Umsturz in den Stilen ein, in dem eine „nachlässige“, „lockere“, einebnende und vulgäre Art sich zu kleiden und miteinander umzugehen auftritt, die die bestehende Ordnung und die von der christlichen Zivilisation gepflegten Werte ersetzen soll.“
Anschließend erklärt sie, wie sich dieser Umsturz auf unsere Denkweise und auf die Gesundheit der Gesellschaft auswirkt:
„Heute können wir sehen, dass diese einebnende Revolution tiefgreifende Veränderungen in der Mentalität der Menschen bewirkt hat – sogar der konservativen. Die Kleidung verändert sich in Richtung eines starken Aufdrängens der Idee der Gleichheit der Geschlechter (dieselbe Kleidung für beide Geschlechter) und der Einebnung der gesellschaftlichen Stände. Der Unternehmer und der Jurist tragen keinen Anzug mehr, der Professor sieht aus wie ein Student und der Arzt wie sein Gärtner. Die Folge der verborgenen Philosophie dieses Umsturzes ist die Entstehung einer vulgären und sexuell liberalen Kultur, die die katholische Kultur ersetzen soll. Die Katholiken sind berufen, ein Gegengewicht zu dieser antikatholischen Kulturrevolution zu sein. Eine der Weisen, wie sie das tun könnten und sollten, ist die Wahl einer Kleidung, die unseren christlichen Glauben widerspiegelt.“
Den Grund dafür, dass das „innere Bedürfnis nach der Erhebung…der Ehre bei Frauen viel stärker“ ist, erklären die Franziskaner so: „Der weibliche Leib ist in gewissem Sinn heiliger als der männliche, denn ihr Leib vermag Leben hervorzubringen, eine neue menschliche Person, geschaffen nach dem Bild und Gleichnis Gottes, mit einer eingehauchten unsterblichen Seele, die die ganze Ewigkeit hindurch bestehen wird. Da der weibliche Leib diese Macht und Würde besitzt, muss man ihm mit Achtung begegnen, und er muss durch sittsame Kleidung ‚verhüllt‘ sein. Unsittsame Kleidung entweiht seinen heiligen Charakter.“
Der einstige Kardinal Giuseppe Siri sagt, dass „alle Kinder ein instinktives Gespür für die Ehre und den Anstand ihrer Mutter haben“. Sodass, obwohl „das Kind die Definition von Entblößung, Unanständigkeit oder Untreue nicht kennt… es einen angeborenen sechsten Sinn hat, sie zu erkennen, wenn sie auftreten, es darunter leidet und dadurch in der Seele bitter verwundet werden kann.“
Papst Benedikt XVI. in der Messe vom 5. April 2007: „Der russische Schriftsteller Lew Tolstoi erzählt in einer kurzen Geschichte von einem strengen Herrscher, der seine Priester und Weisen bat, ihm Gott zu zeigen, damit er ihn sehen könne. Die Weisen konnten diesen seinen Wunsch nicht erfüllen. Da bot sich ein Hirt, der eben vom Feld zurückkehrte, an, die Aufgabe der Priester und Gelehrten zu übernehmen. Der König erfuhr von ihm, dass seine Augen nicht ausreichten, um Gott zu sehen; da aber wollte er wenigstens erfahren, was Gott tut. 'Um auf deine Frage antworten zu können – sagte der Hirt zum König –, müssen wir die Kleider tauschen'. Zögernd, doch von der Neugier auf die erhoffte Auskunft getrieben, willigte der König ein; er übergab dem Hirten sein königliches Gewand und ließ sich in ein einfaches armes Kleid hüllen. Und da kommt die Antwort: 'Das ist es, was Gott tut.' Tatsächlich hat der Sohn Gottes – wahrer Gott vom wahren Gott – seinen göttlichen Glanz verlassen: '...er entleerte sich, nahm Knechtsgestalt an und wurde den Menschen gleich; in seiner Erscheinung wie ein Mensch, erniedrigte er sich... bis zum Tod am Kreuz' (Phil 2,6). Gott hat – wie die Väter sagen – das sacrum commercium (den heiligen Tausch) vollzogen: er hat angenommen, was unser ist, damit wir empfangen können, was sein ist, damit wir Gott ähnlich werden“.
Papst Benedikt XVI. teilt uns eine eigene Erfahrung und Überlegung zur Bedeutung der Kleidung mit: „Im Jahr 1968 habe ich in Tübingen die Studentenrevolte aus erster Hand erlebt, und es war anregend zu beobachten, wie diese jungen Menschen, die ihre Väter und die Welt, in der sie aufgewachsen waren, verworfen hatten, das auch durch ihre Art sich zu kleiden dramatisch unterstrichen: denn sie wussten, dass das, was sie sind, sich auch zeigen muss, dass es seinen Ausdruck finden muss. Ich denke, darin liegt etwas Wichtiges: die Position, um die es uns geht, kann nicht bloß innerlich bleiben, sie muss sich auch zeigen, in Erscheinung treten. Wer sich verbirgt, gibt kein Zeugnis und wirkt nicht auf andere, denn man muss annehmen, dass er selbst daran zweifelt, ob das, was er seinerzeit getan hat, wirklich richtig und noch immer des Lebens wert ist“.
Marko Marulić sagt, dass „jene, die danach trachten, ihre Seele mit dem geistlichen Gewand der Tugend zu bekleiden und zu schmücken, der leiblichen Kleidung nicht bedürfen, außer so weit es die natürliche Notwendigkeit verlangt. Grobe und einfachere Kleidung ist gewiss ein Anzeichen für ein enthaltsameres, weiche und üppige aber für ein zügelloseres Leben. Was das Schuhwerk betrifft, so ist bekannt, dass die Apostel nur Sandalen gebrauchten, die in der Apostelgeschichte „caligae“ genannt werden. Und diese Art von Schuhwerk bedeckt den Fuß nicht, sondern stützt ihn. Durch ihr Beispiel haben sie gezeigt, dass es genügt, wenn jener Teil des Fußes bedeckt ist, der die Erde tritt, und jener Teil nackt bleibt, der dem Himmel zugewandt ist. Es geziemt sich nämlich, dass, wer recht und fromm wandelt, dem Himmel offen sei und nicht der Erde, Gott und nicht den Menschen. Mögen über diese Dürftigkeit jene lachen, die nicht wissen, dass sich die Kirche, die Petrus gegründet hat, einst der Armut rühmte und dass sie ihre Wunderkraft verlor, nachdem sie begonnen hatte, Reichtum anzuhäufen. Keiner der Reichen heilt heute Kranke mit einem Wort, damals aber riefen halb nackte Oberpriester sogar Tote ins Leben zurück“.
- Mladen Klanac
- Zugriffe: 53






