Ihr werdet von dieser Seuche gerettet werden
Don Bosco: „... ihr werdet von dieser Seuche gerettet werden“, - im Jahr 1854, als man in Turin an der Cholera starb
Im Lauf des neunzehnten Jahrhunderts wurde Turin mehrmals von der Cholera verwüstet, die besonders in den ärmsten Stadtvierteln wütete, welche wiederum überfüllt waren und in denen es zudem an angemessener medizinischer Versorgung fehlte.
Schon im Mai sagte Don Bosco den jungen Leuten klar voraus, dass die Cholera nach Turin kommen und Verwüstung hinterlassen werde, und fügte hinzu: „Seid gewiss: Wenn ihr tut, was ich euch sage, werdet ihr von dieser Seuche gerettet werden.“
„Was sollen wir tun?“ - fragten die jungen Leute. „Lebt vor allem in der Gnade Gottes. Tragt die Medaille der sel. Jungfrau Maria bei euch, die ich segnen und allen geben werde. Betet dann täglich in dieser Meinung: Vaterunser, Gegrüßet seist du, Maria und Ehre sei dem Vater, mit der Anrufung: Ab omni malo libera nos - Von allem Bösen erlöse uns, o Herr!“
Die Choleraepidemie brach am 25. Juli 1854 aus, und die Behörden erklärten den Ausnahmezustand erst am 21. November für beendet. Sie forderte allein in Turin 1248 Tote. Am schwersten getroffen wurde das Viertel Borgo Dore, wo schon im ersten Monat von achthundert Infizierten fünfhundert starben. In unmittelbarer Nähe von Borgo Dore, in Valdocco, wohnte Don Bosco (1815-1888).
Die Viertel wurden mit jedem Tag gespenstischer, mit geschlossenen Läden und leeren Straßen, ähnlich dem, was wir in diesen Tagen bei uns erleben. Don Bosco widmete sich, ohne an sich selbst zu denken, der Pflege und der Beichte der Kranken, wobei ihm seine Mitarbeiter und die jungen Leute halfen.
Don Giovanni Battista Lemoyne bezeugt in seiner Biographie Don Boscos: „Als Menschen des Glaubens wussten wir, dass Don Bosco von den ersten Tagen der Epidemie an am Altar dieses Gebet zum Herrn sprach: „Mein Gott, schlage den Hirten, aber verschone die zarte Herde.“ Dann wandte er sich an die selige Jungfrau und sagte: „Maria, du, die du voll der Liebe und eine mächtige Mutter bist! Bewahre mir diese geliebten Kinder! Wenn du, Herr, ein Opfer unter uns willst, so bin ich noch in dieser Stunde bereit zu sterben - wann und wie Du es willst“.
Am Abend des 5. August hielt Don Bosco seinen jungen Leuten eine kurze Ansprache: „Seht, meine lieben Kinder, das sind die Heilmittel, die ich euch vorschlage, um von der Cholera frei zu bleiben. Sie sind dieselben, welche die Ärzte verordnet haben: Nüchternheit, Mäßigung, Frieden und Mut. Aber wie können jene, die in der Todsünde sind, Frieden und Mut haben? Ich möchte auch, dass wir unseren Leib und unsere Seele in die Hände Marias legen. Welches Heilmittel ist besser und wirksamer als die Königin des Himmels, die von der heiligen Kirche „Heil der Kranken“, Salus infirmorum, genannt wird? Wird Maria uns nicht auch in diesem Jahr wieder verteidigen und dieses schreckliche Übel abwenden...? Wenn ihr euch alle in die Gnade Gottes stellt und keine einzige Todsünde begeht, so versichere ich euch, dass die Cholera keinen von euch befallen wird“.
Auf die Fürsprache der seligen Jungfrau Maria hin wurde die Epidemie bald überwunden. Zur Erinnerung an diese Gnade errichtete die Stadt Turin eine wunderschöne Granitsäule mit einer Statue der seligen Jungfrau aus weißem Marmor auf der Spitze, die wir noch heute auf dem Platz des Heiligtums „Consolata“ sehen.
Don Bosco machte sich sogleich an die Arbeit. In den Schlafsälen wurden die Betten auseinandergerückt, die Räume gründlich gereinigt, das Essen verbessert. Don Giovanni Battista Francesia erinnerte sich: „In jenem Jahr wurden die Prüfungen abgelegt, und noch vor Ende Juli waren alle Schulen geschlossen.“ Sobald der Stadtrat zwei Lazarette für den Bereich Borgo Dore eröffnet hatte, ging der Heilige sofort hin, um den Kranken beizustehen - sowohl als Beichtvater wie auch als Krankenpfleger. Margarita, die Mutter Don Boscos, immer besorgt um die Gesundheit ihres Sohnes, sagte, er müsse sich der Seuche stellen und alles Nötige tun, um den anderen zu helfen. Die Not an Krankenpflege war groß, aber viele zogen sich aus Angst vor der Ansteckung zurück. Die Chroniken jener Zeit lauteten: „An bestimmten Orten erschraken die Nachbarn und manchmal auch die Verwandten, sobald jemand von der Cholera befallen wurde, und ließen ihn im Stich.“
In dieser so großen Not entschloss sich Don Bosco, seine jungen Leute zu fragen, ob jemand von ihnen freiwillig den Kranken helfen wolle. Auf seine Bitte antworteten zuerst vierzehn Jungen und dann noch dreißig. Keiner von ihnen wurde von der Epidemie befallen. Oft wurden sie auch angegriffen, sie selbst würden die Ansteckung verbreiten. Doch die jungen Leute ließen sich nicht entmutigen, sondern dienten weiterhin mit Liebe den Kranken in ihren Häusern und in den Lazaretten und arbeiteten gern mit Don Bosco zusammen. Sie liefen zu Mama Margarita, um etwas Bettwäsche für die Ärmsten zu bekommen. Und sie gab alles her, was sie hatte, sogar ihr Tuch, alle Kleider. Geblieben ist nur das Kleid, das sie am Leib trug.
Die Cholera hinterließ schreckliche Folgen und drohte dreißig Jahre später, im Jahr 1884, erneut. Don Bosco richtete sogleich einen Brief an die Salesianer: „Ich möchte, falls sich die Notwendigkeit zeigt, dass wir uns in den Dienst des Nächsten stellen, so weit unsere Verhältnisse es uns erlauben - sowohl im Beistand für die Kranken als auch geistlich, indem wir in unsere Häuser jene jungen Menschen aufnehmen, die am ärmsten sind, die durch die Krankheit zu Waisen geworden und verlassen sind.“
- Mladen Klanac
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