Ihn aufnehmen oder nicht aufnehmen? - das ist hier die Frage!
Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.
Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden!
Weihnachten ist süß und wunderbar, aber es ruft uns auch nachdrücklich zur Umkehr. Zur Änderung der Gesinnung. Zur Selbstprüfung. Zur Entscheidung. Heute wird oft vom gestohlenen Weihnachtsfest gesprochen. Wer hat Weihnachten gestohlen? Und dieser Diebstahl an Weihnachten geschieht tatsächlich immer wieder. Doch gestohlen wird es nicht vom Rummel und von den Managern, sondern davon, dass wir Augen und Ohren vor dem Drama von Weihnachten verschließen. Die Dramatik von Weihnachten erreicht ihren Höhepunkt in dem Satz des Johannes (wir lesen ihn am Weihnachtstag selbst): Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden!
Christus ist kein Märchen und keine Idee. Er ist eine Person. Und persönliche Beziehungen sind immer ein Drama im Gang. Niemals kann irgendeine persönliche Beziehung ruhig sein. Jede ist offen für Annahme und für Ablehnung, in jedem Augenblick. Und erst recht die Beziehung zu einer Person – zu Gott. Diese Person ist zugleich Ziel und Sinn meines Daseins. Ohne Ihn bleibe ich in der Sinnlosigkeit. Im Absurden. In einer unwirklichen Welt. In Trugbildern. Ihr Menschenkinder, wie lange noch bleiben eure Herzen hart, warum liebt ihr das Nichtige und lauft dem Trug nach? So sehr ich die Lüge, die Finsternis, die Nichtigkeit liebe, so sehr werde ich mich vor Ihm verbergen, der Wahrheit, Licht und Fülle ist. Ich verberge mich auf verschiedene Weisen. Durch Selbsttäuschung. Durch Selbstrechtfertigung. Durch das Erschaffen einer unwirklichen Welt, in der ich viele ''wichtige'' Dinge tue, sodass für das Wichtigste kein Platz bleibt – für Ihn (denn für sie war kein Platz in der Herberge)? Dadurch, dass ich Gott zu irgendeiner Energie herabwürdige, zu etwas Unpersönlichem, das geringer ist als ich – wie verrückt ist es zu meinen, dass der, der die Augen geschaffen hat, nicht sieht, und dass der, der den Mund geschaffen hat, nicht zu sprechen vermag?!
Ihn aufnehmen oder nicht aufnehmen? - das ist hier die Frage! Hören, was Er mir sagt, oder die Ohren verschließen? Zugeben, dass ich keine Liebe habe und dass ich einen Erlöser brauche, oder es nicht zugeben? Mich rechtfertigen oder um die Vergebung bitten, die umsonst geschenkt wird? Ihn um Hilfe bitten oder nicht bitten? Beten oder nicht beten? Aufrichtig beichten oder das für überholt erklären? Zugeben, dass ein Leben, das nicht auf Gott ausgerichtet ist, absurd ist, oder es nicht zugeben? Bei den Ersatzformen der Liebe Gottes bleiben, und solange es geht, geht es – oder die Lügen hassen und ausspeien, die sich hinter oberflächlichen Gefühlen verbergen? Vergeben oder mit erstarrtem Herzen bleiben? Lieben oder töten? Den breiten Weg gehen, den die meisten gehen, oder den engen hinter Ihm her?
Wenn man Ihn aufnimmt, ändert sich alles. Unser Wesen kommt zur Ruhe. Ich werde ein geliebtes Kind Gottes. Wenn ich Ihn ablehne, ist es sehr wahrscheinlich, dass ich ein Kind des Teufels werde. Ein Kind des Manipulators und Mörders. Ich werde nicht barmherzig sein wie mein himmlischer Vater, sondern unbarmherzig wie mein Vater aus der Unterwelt. Ich werde nicht reifen, sondern verkümmern. Ich werde nicht wachsen, sondern verfaulen. Ich werde nicht wahrhaftig und echt sein, sondern verlogen und heuchlerisch…
Während ich Weihnachten feiere, singe, esse und trinke, kann ich das Drama meiner Beziehung zu dem neugeborenen Kind, dem Gottmenschen, nicht aus der Seele löschen. Gelänge es mir, das hinauszuwerfen, dann wäre mir Weihnachten wirklich gestohlen. Ich würde überhaupt kein christliches Fest feiern. Es wäre das Fest meiner eigenen Verödung. Eine große Lüge. Langeweile. Bloßer Prunk. Eitelkeit.
- Mladen Klanac
- Zugriffe: 48






