Mein Priestertum ist Gottes Werk
Gott hat mir auf meinen Lebensweg viele wunderbare Menschen gestellt, für die ich gelebt und gebetet habe und denen ich das Antlitz Gottes, seine unermessliche Barmherzigkeit, zu erschließen suchte. Auf diese Barmherzigkeit allein vertraue auch ich. Gott hat mir eine wunderbare Familie geschenkt. Ich habe mein Leben nicht verfehlt. Mein Leben hatte einen tiefen Sinn.
Mons. Ivan Mustać
Die Familie ist die grundlegendste, brennendste und herausforderndste Frage des kroatischen Volkes und der Kirche. Sie ist der erste und wichtigste Weg des menschlichen Lebens, denn der Mensch kommt aus der Familie und verdankt ihr, dass er überhaupt da ist. Fehlt einem Menschen die Familie, so entsteht in ihm ein beunruhigender und schmerzlicher Mangel, der sein ganzes Leben belasten wird.
Mons. Ivan Prenđa
Von don Ivan habe ich eine Schatzkammer voll großer Kostbarkeiten empfangen. Er wachte über uns, führte uns überallhin, freute sich aufrichtig bei den schönen Ereignissen und weinte bitterlich in den schweren und traurigen Augenblicken unseres Lebens. Wir spürten, dass er uns im Blick behielt und um uns bangte. Immer sagte er, er könne nachts nicht ruhig schlafen, solange junge Menschen an der Riva ihr Leben verlieren. Was ihn am meisten überwältigte, war die Geburt eines neuen Kindes. Nie noch, bis zum heutigen Tag, habe ich jemanden kennengelernt, der sich so über jedes neue Leben gefreut hätte!
Ines Jednaković
Im Jahr 2001 wurde Mons. Ivan Mustać von Erzbischof Ivan Prenđa zum Generalvikar des Erzbistums Zadar ernannt. Ihre Beziehung erinnert uns an die Beziehung des Apostels Johannes, des geliebten Jüngers, zu Jesus. Von dem Tag an, an dem er den Erzbischof kennenlernte, hat er ihn nie verlassen. Und wie Jesus dem Johannes anvertraute, seine Mutter zu hüten, so vertraute der Erzbischof don Ivan die wichtigsten Aufgaben für das Erzbistum Zadar an.
Beide trugen denselben Namen und feierten ihren Namenstag gern gemeinsam im Kreis ihrer Nächsten. Über den Erzbischof sagte er: „Er war ein wunderbarer Mensch und Bischof. Unermüdlich hat er gearbeitet und ständig gebetet. Wir haben jeden Morgen gemeinsam gebetet. Wir haben viel gearbeitet, vielleicht sogar zu viel. Uns lag sehr viel am Bistum, am Volk, an den Priestern. Er war milde, sich selbst gegenüber bescheiden und anderen gegenüber großzügig, und er wies niemanden ab, der um Hilfe bat. Ein Mann des Gebets, stundenlang betete er in der Kapelle. Es war rührend: Uns Mitarbeitern, die wir auch schon 50 Jahre alt waren, begegnete er beim Mittagessen, als wären wir Seminaristen, er verhielt sich zu uns wie ein Vater. Er hatte ein gewaltiges Erbarmen mit den Priestern, verteidigte sie gegen alle Angriffe, während er selbst verleumdet wurde. Er sagte: „Das ist nichts, nicht ich bin wichtig, wichtig ist unser Erzbistum, die Kirche. Mir kam es vor, als wollte er, dass ich die Erfahrung der Pfarrei Belafuža auf das ganze Bistum übertrage. Er hatte Vertrauen zu mir, und ich habe ihm treu gedient“.
Nur zwei Jahre später erlebten wir ein großartiges Ereignis für Zadar und das Erzbistum Zadar – den Besuch von Papst Johannes Paul II. in Zadar unter dem Leitwort „Die Familie – Weg der Kirche und des Volkes“. Es handelte sich um die historische, 100. oder Jubiläumsreise des Papstes außerhalb der vatikanischen Mauern, und Mons. Ivan Mustać stand an der Spitze der Organisation der Begegnung: „Nur der außerordentliche Einsatz unseres verstorbenen Erzbischofs Ivan Prenđa hat bewirkt, dass der Papst nach Zadar kam. Er war beharrlich, dass der Papst nach Zadar komme, und sagte: „Der Papst soll nur den Boden unseres Erzbistums betreten“ – und an jenem Tag war zugleich der 13. Jahrestag seiner Bischofsweihe. Schließlich traf Johannes Paul II. selbst die Entscheidung, ob und wann er nach Zadar kommt. Der Papst entschied, einen Tag länger in Kroatien zu bleiben und am 9. Juni, am Pfingstmontag, dem Fest Mariens, der Mutter der Kirche, nach Zadar zu kommen. Als wir das hörten, waren wir begeistert, und dann begannen noch intensivere Vorbereitungen, besonders als entschieden wurde, dass die Begegnung im Zentrum der Stadt stattfinden würde. In seinem Grußwort hob Erzbischof Ivan Prenđa hervor: „Wir können heute, hier vor Ihnen, von den Früchten der Neuevangelisierung Zeugnis geben. Wir haben eine Erfahrung, die wir Ihnen bezeugen können: Den Glauben, von den Aposteln verkündet und fast zwei Jahrtausende lang in den Pfarrgemeinden weitergegeben, vertiefen und übergeben wir heute mittels der alten und der neuen kirchlichen Bewegungen, die Eure Heiligkeit annimmt und fördert. Mit dem Wachstum der kirchlichen Bewegungen wächst auch der Glaube der Einzelnen, und es mehren sich die Familien, die das Leben annehmen und in denen geistliche Berufungen entstehen“. Die Atmosphäre bei der Begegnung war geprägt vom Jubel der Gläubigenscharen. Die Rufe "Papst, wir lieben dich" oder "bleib bei uns" hallen bis heute in den Herzen der Menschen von Zadar nach. Unser Wunsch war, dass die Plätze in der Nähe der Bühne unsere Gläubigen einnehmen, also jene, die in ihren Pfarreien an der Eucharistiefeier teilnehmen. Kurz gesagt, wir alle konnten die Gegenwart des Heiligen Geistes spüren. Es gibt viele Familien, die sich bei uns gemeldet haben, dass sie nach der Begegnung mit dem Papst Kinder bekommen haben, und zwar nachdem sie jahrelang kinderlos geblieben waren“. Beim Anblick dieser großartigen Veranstaltung sagte einer der Journalisten: "Ich habe alle Reisen des Papstes verfolgt, aber das hier ist wirklich etwas Besonderes. Alles ist perfekt organisiert, alles funktioniert wie eine perfekte Maschine oder wie ein gut eingespieltes Orchester!" Er bekam zur Antwort, dass Zadar ohnehin für seine Organisiertheit bekannt sei, dass es aber allen scheine, es habe sich diesmal wirklich selbst übertroffen! Der Papst liebt Zadar, und Zadar liebt den Papst." Ähnlich kommentierten dieses Ereignis auch andere Medien in der Welt.
Don Ivan schätzte die sogenannte klassische Seelsorge außerordentlich, nahm aber auch mit großem Eifer an verschiedenen kirchlichen Bewegungen und Wirklichkeiten teil und förderte sie in den Pfarreien und im Erzbistum: „Keine einzige kirchliche Bewegung (angefangen bei der charismatischen Erneuerung) habe ich nur aus Büchern kennengelernt. Auch nicht aus Diskussionen. Sondern von innen. So wie es Papst Johannes Paul II. von allen Hirten verlangt hat. Dass sie den Wirklichkeiten in der Kirche nahe sind. So habe ich erfahren, was der hl. Augustinus sagte: „Für euch bin ich Hirte, mit euch bin ich Christ“. Schon seit der kleinen Gebetsgemeinschaft in Polača lebe ich diese Erfahrung. Im Jahr 1994 hörte ich auf Zureden von don Marinko Duvnjak zum ersten Mal die Katechesen des Neokatechumenalen Weges. Wieder war das eine Entdeckung, die Gott für mich bereithielt. Mir als Priester hat das immer geholfen. Es ist kein Problem, dass die Menschen in einer Gebetsgemeinschaft auch die Schwächen ihres Pfarrers sehen, aber sie sehen auch seinen Glauben und sein Verlangen nach Umkehr. Danach war es kein Problem mehr, dass auch die mir anvertrauten Gläubigen in der Beichte aufrichtig selbst die intimsten Sünden aussprachen, gestützt auf die grenzenlose Liebe Gottes. Auf dem Weg habe ich etwas Neues, Ernsthaftes erfahren: dass das Christentum Schritt für Schritt in einer kleinen Gemeinschaft gelebt wird. Ich war zufrieden, wenn ich so sah, dass jeden Abend in der Pfarrei an acht Orten meine Pfarrei lebt, betet und Katechese hält“.
Nach dem Besuch des Papstes in Zadar erklärte Erzbischof Prenđa schon das folgende Jahr 2004 zum Jahr der hl. Anastasia und zum Jahr der Familie für das Erzbistum Zadar, denn die Familie sei „die grundlegendste, brennendste und herausforderndste Frage des kroatischen Volkes und der Kirche. Sie ist der erste und wichtigste Weg des menschlichen Lebens, denn der Mensch kommt aus der Familie und verdankt ihr, dass er überhaupt da ist. Fehlt einem Menschen die Familie, so entsteht in ihm ein beunruhigender und schmerzlicher Mangel, der sein ganzes Leben belasten wird“, sagte der Erzbischof von Zadar zu Beginn des Jahres der Familie. Das zentrale pastorale Ereignis jenes Jahres im Erzbistum Zadar – die diözesane Familienwallfahrt nach Vrana unter dem Leitwort „Das Taufwasser fließt durch die Familie“ – fand am Sonntag, dem 19. September, statt, und als organisatorischer Koordinator wirkte wiederum Mons. Ivan Mustać. Es war eine Begegnung aller Generationen, der pfarrlichen Strukturen und der kirchlichen Bewegungen, eine Schau farbenprächtiger Kulturvereine, eine "Ausstellung" kirchlicher Fahnen, eine würdige, fromme Gebetsgemeinschaft von 20.000 Pilgern aus dem ganzen Erzbistum. In seiner Predigt sprach Erzbischof Prenđa von der Familie als der "natürlichen und gewöhnlichen Umgebung für die normale Entwicklung der menschlichen Person" und vom Plan Gottes mit der Familie, der Gott anvertraut hat, den Kindern die Gabe des Glaubens weiterzugeben und so "die zwei Kennzeichen einer gesunden Familie zu erfüllen: Wiege des Lebens und Schule des Glaubens". Der Erzbischof rief die Familien auf, "die Angst vor dem Leben abzulegen, die Versuchung eines bequemen Lebens auf Kosten des Opfers und der Liebe, die menschlich macht und voranbringt, zu überwinden, die Plage der Abtreibung und der Scheidung zu bannen, die den Frieden des Gewissens, das Glück der Familien und des Volkes zerstören, und die Beständigkeit und Treue in der Ehe zu lieben".
Auf besondere Weise galten die große Sorge und der Einsatz don Ivans den jungen Familien, in denen er die Erneuerung des Volkes, der Kirche und der Gesellschaft und damit die Hoffnung auf eine bessere und menschlichere Welt sah. Von seiner Liebe zu den jungen Familien und Müttern legt Ines Jednaković Zeugnis ab: „Als junges Mädchen hatte ich christliche Werte im Blick auf das Leben der vorehelichen Keuschheit verinnerlicht. Meine Mutter hatte sie mir weitergegeben. Allerdings schien mir das in der Praxis nicht möglich oder leicht. Gott sei Dank hatte ich die Gnade, dass ich mit 19 Jahren begann, die Katechesen zu hören, und so in die Neokatechumenale Gemeinschaft eintrat.
Dort lernte ich zum ersten Mal don Ivan kennen. Mein erster Kontakt mit ihm war bei der heiligen Beichte, die mein Leben in eine völlig neue Richtung lenkte. Ich kann ruhig sagen, dass ich von ihm eine Schatzkammer voll großer Kostbarkeiten empfangen habe. Und welcher Schatz ist das? Die Haltungen zur vorehelichen Keuschheit, zur gegenseitigen Achtung, zur Liebe, zur Treue, zum Schenken und zum Vergeben in der Ehe sowie zur Weitergabe des Glaubens an die Kinder und zur christlichen Erziehung der Kinder.
Ich persönlich habe von ihm eine sorgsame hirtliche Führung erfahren. Er hatte den starken väterlichen Wunsch, uns jungen Menschen zu helfen, in den christlichen Entscheidungen fest zu sein, unbeirrbar in deren Umsetzung und kompromisslos gegenüber den Begierden dieser Welt. Er wachte über uns, führte uns überallhin zu den Weltjugendtagen mit dem Heiligen Vater, freute sich aufrichtig bei den schönen Ereignissen und weinte bitterlich in den schweren und traurigen Augenblicken unseres Lebens. Er brachte uns gern mit seiner unwiderstehlichen Art, Witze zu erzählen, zum Lachen, doch innerlich waren wir immer jeden Augenblick auf seinen Tadel gefasst. Wir spürten, dass er uns im Blick behielt und um uns bangte. Immer sagte er, er könne nachts nicht ruhig schlafen, solange junge Menschen an der Riva ihr Leben verlieren.
Wann immer er mir begegnete, sei es in der Gemeinschaft, sei es in der Stadt, fragte er mich, wie es mir gehe. Das war ihm sehr wichtig. Er nahm kein Blatt vor den Mund, war sehr offen. Ihn interessierte, wie jeder Einzelne von uns unsere christliche Beziehung lebt, aber ebenso, wie wir als Paar wachsen. Immer ermutigte er uns beide, sein Gesicht leuchtete auf, wenn er uns traf. Das war für uns eine sehr eindrückliche Unterstützung. Wir wussten, dass wir nicht "auf zwei Stühlen sitzen" können. Wir wussten auch, dass wir berufen sind, authentische Christen zu sein, das heißt radikal im Leben der vorehelichen Keuschheit; das hob er immer besonders vom Altar aus hervor. Wir sahen den Sinn davon gut ein. Don Ivan erklärte uns schön, dass wir uns dadurch umerziehen, in der Liebe wachsen, das Wohl des anderen suchen, die Würde unserer Leiber hüten und die Tiefe unserer Beziehungen pflegen. Und so geformt treten wir bereit ein in alle Schönheiten, aber auch in die schweren Zeiten der Ehe. Über die Ehe sagte er immer, es sei wichtig, dass sie ein Haus auf dem Felsen sei, das heißt auf Christus.
Er freute sich sehr über unsere Hochzeit und unterwies uns im Leben in der Ehe. Er achtete darauf, ob wir regelmäßig an der heiligen Eucharistie teilnehmen, denn er wusste, dass dies die grundlegende und erste Hilfe zum Leben nach dem Willen Gottes ist. Immer wiederholte er, dass jeder Mann und Vater ein fester und standhafter Christ sein muss, Haupt der Familie, zärtlich zu seiner Frau, sorgsam in der Erziehung der Kinder; und jede Frau und Mutter rief er auf, sich der Liebe ihres Mannes zu fügen, liebevoll für ihn und die Kinder zu sorgen und verantwortungsvoll die "Ecken des Hauses" zu hüten.
Was ihn am meisten überwältigte, war die Geburt eines neuen Kindes. Nie noch, bis zum heutigen Tag, habe ich jemanden kennengelernt, der sich so über jedes neue Leben gefreut hätte!
Eine schwangere Frau konnte sich in seiner Nähe immer wie eine Königin fühlen. Bei einer Gelegenheit sagte er: " Wisst ihr, wir können scherzen, ich kann Witze erzählen, aber neben einer schwangeren Frau fühle ich mich kleiner als ein Mohnkorn. " Mit welcher Freude taufte er die Kinder und gab ihnen Kosenamen! Ich erinnere mich auch, wie er weinte, als ich eine Fehlgeburt hatte. Das war meine erste Schwangerschaft. Es schien, als sei das für ihn ein ebenso großer Verlust wie für uns, aber er wartete nicht lange, uns mit Worten des Glaubens und der Hoffnung zu trösten. Er sagte uns damals: "Ihr werdet sehen: Gott wird euch Kinder schenken, ihr werdet sehen; für manche Dinge, für große Dinge braucht es immer Jahre des Wartens, seid ruhig, seid geduldig, tut den Willen Gottes."
Das sind ungefähr auch die letzten Worte, die ich in der heiligen Beichte von ihm gehört habe, bevor er vor seinem Tod ins Krankenhaus kam. Bei den Geburten, die ich nach seinem Tod hatte, spürte ich seine Fürsprache, seine Nähe und seine Sorge und schließlich auch seine Freude über das neue Geschöpf. Don Ivan hat einen außergewöhnlichen Eindruck bei uns hinterlassen, ein Beispiel strenger väterlicher Liebe, zugleich aber auch der Milde, der Geduld und des unermüdlichen Überzeugens von allen Wahrheiten des christlichen Lebens. Ich bin sicher, dass er uns vom Himmel her begleitet und uns viele Gnaden erbeten hat“.
Mons. Ivan Mustać war auch Vorsitzender des Organisationskomitees des Treffens der kroatischen katholischen Jugend am 8./9. 2010 in Zadar unter dem Leitwort „Damit eure Freude vollkommen sei“ (Joh 15,11), zu dem mehr als 30.000 Teilnehmer zusammenkamen und bei dem er alle Erfahrungen von den Weltjugendtagen mit Johannes Paul II. und Benedikt XVI., an denen er weltweit regelmäßig teilnahm, umsetzte. Erzbischof Prenđa hatte seinen Mitbrüdern im Bischofsamt persönlich den Wunsch geäußert, dass das Jugendtreffen in jenem Jahr gerade in Zadar stattfinde. Einige Monate vor dem Treffen verstarb Erzbischof Prenđa unerwartet. Das lebendige und warmherzige Bekenntnis schrieb als Erster Mons. Ivan Mustać ins Kondolenzbuch, der langjährige engste Mitarbeiter und Generalvikar des Erzbischofs. Er erinnert daran, wie der Erzbischof ihn 1960 an der Pforte des Priesterseminars Zmajević empfing, verängstigt, in Begleitung der besorgten Mutter und des Vaters, eines Seemanns. Der Erzbischof sagte damals zu seiner Mutter: „Weine nicht, von heute an werde ich ihm Vater und Mutter sein“. Mons. Mustać dankt für die wunderbaren Tage der Freude im Seminar; als Theologiestudenten holte er sie als Rektor jedes Mal am Bahnhof in Zadar ab. Don Ivan fährt fort: " Zu seiner Zeit war das Seminar für uns alle ein Zuhause. Er empfing uns an der Tür mit den Worten: „Mein Lieber, komm herein, willst du zum Mittagessen bleiben?“. Don Ivan hebt hervor: „Wir freuten uns, als er zum Koadjutor ernannt wurde, wie kleine Kinder liefen wir in seine Umarmung, und ich rief, wie die Zadarer bei den Spielen rufen: 'Dreier, Dreier!'“ – wie ein Dreier in der letzten Sekunde, der die Frage des Siegers entscheidet. Er hatte keine anderen Ideale, als alles für die Kirche zu geben.
Als Zeremoniar bei der Primiz don Ivans wiederholte Erzbischof Prenđa: „Das sind meine Jungs!“. Don Ivan fährt fort: „ Wir hatten den Eindruck, dass er über uns wacht wie eine Glucke über ihren Küken, nachdem das Erzbistum Zadar in jenen Jahren zahlreiche Priester, Theologiestudenten und Seminaristen verloren hatte. Das Bistum begann, neue Priester zu bekommen, und das war für ihn eine große Freude“ – schreibt don Ivan. Die Widmung und die Botschaft der Jugendlichen, die die Hymne des Treffens begleitet, lautet: "Lieber Vater, Erzbischof Ivan! In den Augenblicken, in denen der Trieb Ihres Lebensweinstocks am innigsten aus dem Rebstock des Weines des Vaters in Christus trinkt, danken die jungen Menschen des Erzbistums Zadar für den Wein Ihrer Liebe, den zu kosten sie die Gnade hatten. Damit unsere Freude vollkommen sei. Die Hymne des Treffens der kroatischen katholischen Jugend in Zadar widmen wir Ihnen. Unserem geliebten Erzbischof Ivan – die Freude in der Umarmung des himmlischen Vaters ist vollkommen. Danke, Vater Erzbischof, dass Sie uns geliebt haben. Ihre Kinder".
Das Treffen begann mit einer Prozession vom Forum zum Stadion Višnjik. So wiederholte sich das Bild des großartigen Zuges der Gläubigenscharen über die Brücke von Zadar wie damals bei Johannes Paul II. – das war das liebste Bild des verstorbenen Erzbischofs Ivan Prenđa und die Inspiration für die Prozession des Jugendtreffens.
Viele ermutigten die Jugendlichen von ihren Balkonen und Fenstern aus und grüßten sie unter Tränen mit Winken und Gesang. Die Jugendlichen waren schon in Višnjik angekommen und hatten das Kreuz bereits aufgerichtet, während kilometerweit zurück auf der Halbinsel noch immer eine Menschenmenge stand; auch nach einer Stunde waren im Zentrum der Stadt so viele junge Menschen, als würde die Prozession gerade erst beginnen.
'Wir wollen, dass die jungen Menschen Zadar sehen, aber auch, dass Zadar die Kraft der jungen Kirche sieht' – dieser Wunsch des Vorsitzenden des Organisationskomitees des Jugendtreffens, Mons. Ivan Mustać, ging in Erfüllung; zu seiner Verwirklichung trugen auch 1500 Freiwillige bei.
Mons. Mustać hob die Bedeutung des Jugendkreuzes hervor, das 115 kg wiegt und das in der Prozession abwechselnd sechs junge Männer trugen: „aber auch die Mädchen wollen es tragen und werden sich mit den jungen Männern abwechseln. Wir wollten, dass das Kreuz als Hoffnung dieser Generation durch die Straßen der Stadt geführt wird. Als wir jung waren, sagte man uns, es gebe keinen Gott, und dieser Generation sagt man, sie brauche Gott nicht. Wir als Kirche, mit den jungen Menschen, die in der Kirche aktiv und engagiert sind – diese jungen Menschen und diese Versammlung wollen Zadar das Zeugnis des Glaubens an Christus zeigen, der die Hoffnung der Menschheit ist, der für uns gestorben und auferstanden ist; an Christus, an den die jungen Menschen glauben und den die Kirche verkünden will", sagte Mons. Mustać.
Die letzte Pfarrei, in der don Ivan wirkte, war die Pfarrei der hl. Anastasia in Biograd: „Jetzt bin ich in Biograd. Hierherzukommen war für mich eine Herausforderung. Es tat mir leid, die zehn Gemeinschaften in der Kathedrale zu verlassen. Aber ich wusste, dass Gott für sie sorgen wird. Wenn all das von ihm ist, wird es nicht zugrunde gehen. Hier bin ich gewissermaßen ein wenig zur Ruhe gekommen und genieße wieder die Freiheit der Seelsorge. Nie wird mir begreiflich sein, dass wir Priester uns wie Zuschauer bei einem Spiel verhalten. Wir sind aber berufen zu spielen. Wer zu spielen versucht hat, weiß, wie schwer das ist und dass man Fehler machen kann. Am leichtesten ist es, nichts zu tun“.
Wie sehr er seine Pfarrangehörigen liebte, bezeugt Ines Grbić: „Als ich ihn am 22. Dezember im Krankenhaus in Zagreb besuchte, war er auch auf dem Krankenbett vor allem der Pfarrer, der an sein Biograd dachte, betrübt darüber, dass die Menschen von Biograd wegen seines Krankenhausaufenthalts nicht jeden Tag eine Messe für ihre Verstorbenen haben. Es war für mich unbegreiflich und ergreifend, dass ein Mensch, der nicht aus dem Bett aufsteht und dessen Gesundheitszustand, wie er sagte, 'in einer Pattsituation' ist, nicht nur an seine Pfarrangehörigen denkt – sondern an die Verstorbenen seiner Pfarrangehörigen. „In Biograd sind sie es gewohnt und hatten immer jeden Tag eine Messe für ihre Verstorbenen, und das ist jetzt nicht möglich'. Das war don Ivan. Priester bis zum Ende. In einer Nachricht vom 5. Dezember schrieb er mir: „Selbst wenn ich überlebe, werde ich kaum Pfarrer von Biograd sein können. Es tut mir nicht leid, ich weiß, wofür ich gelebt habe“.
Wie er die Krankheit und das Leiden in den letzten Monaten trug, sagt er uns selbst: „Ich trete in eine neue Phase meines Lebens ein, und das ist das leibliche Leiden und die Krankheit, die bevorstehende Herzoperation, die mich in diesen Tagen erwartet. Ich kann mich ein wenig dem leidenden Christus gleichgestalten. Bei aller Angst, die diese Operation mit sich bringt, spüre ich, „dass der Herr mir beisteht wie ein gewaltiger Held“. In diesen Tagen würde ich mich am liebsten irgendwohin zurückziehen, um die Vertrautheit mit Christus kosten zu können. Und ich muss doch so vieles erledigen, bevor ich gehe“.
„Ich bitte alle um Verzeihung, die ich auf irgendeine Weise gekränkt habe. Ich vergebe allen. Besonders die Verleumdungen gegen mich. Als ich jung war, wollte ich mich rechtfertigen. Jetzt tue ich das nicht mehr. „Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein“, sagt Jesus.
Gott hat mir auf meinen Lebensweg viele wunderbare Menschen gestellt, für die ich gelebt und gebetet habe und denen ich das Antlitz Gottes, seine unermessliche Barmherzigkeit, zu erschließen suchte. Auf diese Barmherzigkeit allein vertraue auch ich.
Gott hat mir eine wunderbare Familie geschenkt. Meine Eltern. Ich liebe meinen Bruder, und er stand immer an meiner Seite und ich an seiner. Ebenso die Schwägerin und die Kinder. Jetzt sind sie erwachsen. Es freut mich zu sehen, dass sie im Glauben erzogen wurden. Meine Schwester Marija lebt schon lange im Ausland. Ihr habe ich geholfen, so gut ich konnte. Ich liebe auch sie und ihre Familie“.
Das war der Priester Ivan. Auch damals dachte er nicht an den Ruhestand, sondern daran, falls er überlebt, als Pfarrer in einer kleineren Pfarrei weiterzusegeln: „Was soll man am Ende sagen? Bei all meinen Schwächen, Sünden, Versäumnissen: Ich habe mein Leben nicht verfehlt. Mein Leben hatte einen tiefen Sinn. Ich denke, ich hätte viel, viel mehr gekonnt. Immer zerstört unsere Sünde Gottes Plan mit unserem Leben. Die Sünde ist eine wirkliche Erfahrung des Todes. Deshalb ist ein Tag in der Gnade besser als tausend in der Sünde. Ich bereue alle Sünden, die ich der Liebe Gottes zugefügt habe. Ich richte niemanden, denn ich habe meine eigene Schwäche erfahren. Das Priestertum ist ein unschätzbares Geschenk Gottes, und ohne Gott ist es nicht möglich, es recht zu leben. Wie der hl. Philipp Neri bete ich – „Hüte du, Gott, deinen Ivan! Wenn du deine Hand von meinem Kopf nähmest, ist dein Ivan fähig, allerlei anzustellen“. Mein Priestertum ist Gottes Werk.“
- Mladen Klanac
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